Düren: Diagnose von Tumoren einfach per Ultraschall

Düren: Diagnose von Tumoren einfach per Ultraschall

Über die Erprobungsphase ist man am Krankenhaus Düren längst hinaus. Seit rund zwei Jahren arbeiten die Ärzte in der Abteilung Gastroenterologie unter Chefarzt Wolfgang Barényi mit einem Ultraschallgerät, das durch seine hohe Bildauflösung dort die richtige Diagnose ermöglicht, wo sonst eigentlich nur ein Computer-Tomograph den Ärzten zum entsprechenden Durchblick verhilft.

„Das ist mit das Modernste, was es derzeit in Europa gibt”, sagt Dr. Horst Kinkel, Leitender Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie.

Am Dürener Krankenhaus ist man aber nicht nur stolz darauf, die neue Technik der Kontrastsonographie klinisch zu erproben und zu beherrschen, man ist vor allem bedacht darauf, dieses Wissen auch weiterzugeben.

Dr. Kinkel gehört wie Oberärztin Gabriele Hanenberg einem Verein an, der sich International School of Clinical Ultrasonography (ISCUS) nennt und dessen Aufgabe unter anderem der Austausch mit ehemaligen Ostblock- und Entwicklungsländern ist. Gestartet haben die Spezialisten, die ehrenamtlich für den Verein arbeiten, unter anderem ein internationales Fortbildungsprogramm.

Litauische Ärztin zu Gast

Anfang des Jahres waren die ultraschallbegeisterten Ärzte aus Düren zum Beispiel in Kairo, um die Methodik der Kontrastsonographie dort bekannter zu machen.

Derzeit weilt Ärztin Gitana Acute aus Litauen zu einem mehrwöchigen Praktikum am Dürener Krankenhaus, um die Methodik im Alltag zu lernen. Dr. Kinkel: „Gerade im Bereich der Tumordiagnostik und der Notfallversorgung ist diese Untersuchungsmethode von besonderer Bedeutung.”

Zwar müssten die Krankenhäuser erst in die entsprechende Technik investieren, aber die Alternative wären entweder ein Computer-Tomograph oder ein Magnet-Resonanz-Tomograph - beides in der Anschaffung wesentlich teurer.

Insofern ist das Internationale Förderprogramm auch ein Stück praktische Entwicklungshilfe, weil gerade in den Entwicklungsländern der Kostenaspekt eine entscheidende Rolle spielt.

Auf den will Dr. Horst Kinkel die Methodik allerdings nicht reduziert wissen, weil für ihn im alltäglichen Umgang am Dürener Krankenhaus ein anderer Aspekt noch viel entscheidender ist: „Es ist die schonendste diagnostische Methode, weil sie nicht strahlenbelastend ist.”

Zudem sei man in der Lage, durch endoskopischen Ultraschall die beiden hochauflösenden Bildverfahren Endoskopie und Ultraschall in Kombination zu nutzen. Auch hier setzt das Krankenhaus ganz darauf, die Methode zu verbreiten. Dr. Kinkel: „Neben Kursen für Klinikärzte bieten wir auch für die Dürener Hausärzte regelmäßig Fortbildungen und Hospitationen an.”