Diabetisches Fuß-Syndrom: Auf die Schuhe kommt es an

Zuckerkrankheit : Diabetisches Fuß-Syndrom: Auf die Schuhe kommt es an

Diabetes Typ 2 ist eine klassische Zivilisationskrankheit, die durch Übergewicht oder zu wenig Bewegung ausgelöst werden kann. Immer mehr Menschen sind von ihr betroffen und müssen nach der Diagnose ihr Leben umstellen, um sich ihre Lebensqualität zumindest ein Stück weit bewahren zu können.

Eine Folge der Erkrankung sind etwa Nervenschäden an den Füßen, durch die Betroffene ihre Füße nicht mehr korrekt wahrnehmen können. Um Fehlstellungen und schmerzhafte Druckstellen zu vermeiden, sollte man auf geeignete Schuhe achten.

Diabetiker häufig von Fußproblemen betroffen

Wissenschaftler des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in Düsseldorf sowie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin rechnen bis zum Jahr 2040 mit einem deutlichen Anstieg der an Diabetes Typ 2 erkrankten Menschen in Deutschland. Während im Jahr 2015 noch 6,9 Millionen Menschen unter der Krankheit litten, soll die Zahl der Betroffenen in den nächsten 20 Jahren auf 10,7 bis 12,3 Millionen steigen.

Bei Typ-2-Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Zuckerspiegel im Blut aufgrund einer Insulinresistenz erhöht ist und sich der Zucker in den Blutgefäßen anstaut. Neben einer genetischen Veranlagung sind es vor allem Bewegungsmangel und ein erhöhtes Gewicht, die das Risiko einer Diabetes-Erkrankung erhöhen.

Da die Krankheit trotz einer Lebensstiländerung und Medikamenten nur im Anfangsstadium theoretisch wieder verschwinden kann, sollten sich Betroffene mit den Symptomen und Konsequenzen frühzeitig auseinandersetzen und auf ihre Gesundheit achten. Eine häufige Folge durch den hohen Blutzucker ist das diabetische Fuß-Syndrom. Durch die Nervenschädigung wird nämlich auch die Schweißproduktion beeinträchtigt: Die Haut an den Füßen trocknet aus, wird rissig und dadurch anfällig für Verletzungen. Aufgrund der geschädigten Nerven nehmen Erkrankte solche Verletzungen mitunter viel zu spät war, sodass Wunden nicht rechtzeitig versorgt werden. Da auch die Immunabwehr beeinträchtigt ist, heilen solche Wunden zudem schlechter.

Druckstellen an den Füßen vermeiden

Um Druckstellen und Verletzungen an den Füßen zu vermeiden, sollten Betroffene neben der täglichen Fußpflege auch auf gutes Schuhwerk achten. Es empfiehlt sich zunächst, auf Schuhe mit hohen Absätzen zu verzichten, da durch diese der Fuß falsch belastet wird und Fehlstellungen wie der Spreizfuß oder die Hammerzehe, medizinisch auch als Hallux valgus bezeichnet, auftreten können. Spezielle Schuhmodelle für Menschen, die unter Hallux valgus leiden, zeichnen sich durch spezielle Polsterungen und dehnbare Materialien aus, mit denen sich Druckstellen vermeiden lassen. Dank der verschiedenen Ausführungen können Betroffene dennoch wie gewohnt modische Akzente setzen.

Eine weitere Option für den Schutz von Diabetikerfüßen kann in Zukunft die Schuheinlage der Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie Magdeburg in Kooperation mit der Medimix GmbH und der Thorsis Technologies GmbH bieten. Gemeinsam haben sie eine intelligente Schuheinlage entwickelt, die Betroffenen eine Rückmeldung zum Zustand der Füße übermitteln soll. Die Einlage ist jedoch nicht nur mit Sensoren ausgestattet, sondern auch mit einer Weichbettung, die die Druckbelastung auf den gesamten Fuß verteilt. Nach einer zweijährigen Studie soll die Einlage im häuslichen Umfeld zum Einsatz kommen. Bis dahin sollten an Diabetes Erkrankte ihre Füße auf jeden Fall eigenständig untersuchen.

(vo)
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