Essen: Der persönliche Wohlfühl-Tee schenkt Entspannung

Essen: Der persönliche Wohlfühl-Tee schenkt Entspannung

Die letzten Blätter fallen von den Bäumen, es wird kühler und die Tage werden kürzer: Jetzt im Herbst bleibt man wieder öfter im Haus und kuschelt sich auf das Sofa. Eine heiße Tasse Tee gehört für viele dazu.

„Das Teetrinken kann einen sehr rituellen Charakter haben”, weiß Annette Kerckhoff, Patientenberaterin bei Natur und Medizin e.V., der Fördergemeinschaft der Karl und Veronica Carstens-Stiftung in Essen. Und mit der richtigen Teemischung lässt sich gezielt das eigene Wohlempfinden steigern.

Probieren führt zur individuellen Mischung

Ob Kamille, Pfefferminze oder Melisse: Viele Teekräuter sind für ihre gesundheitsfördernde Wirkung bekannt. Doch so richtig gut schmecken reine Arzneitees meistens nicht, für den wahren Teegenuss sorgen eher andere Teezutaten. „Zwischen Arzneitees und Tees zum Genießen muss man eben unterscheiden”, sagt Kerckhoff, die in Berlin Teekurse veranstaltet, bei denen die Teilnehmer sich durch die heißen Tassen probieren können.

Sie experimentieren mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten: Ob Pfeffer oder Schokolade, Aroniabeeren, Rosen- oder Kornblumenblüten, Ingwer, Zimt, Orangenschalen, getrocknete Früchte oder auch Chili - erlaubt ist, was gefällt. „Einen echten persönlichen Wohlfühltee bekommt man oft nicht im Supermarkt, den stellt man sich am besten individuell zusammen.” Bis die richtige Mischung gefunden ist, sollte man möglichst viele Teemischungen ausprobieren. „Die Welt der Teezutaten bietet eben eine unendliche Vielfalt.”

Für alle Lebenslagen ein Tee

Für Menschen, die am Abend den Stress des Tages vergessen wollen, empfiehlt die Tee-Expertin Rooibos-Tee mit Vanilleschotenstückchen und Zimt. „Für angespannte Nerven vor einem anstrengenden Tag ist eher ein Rosmarintee mit Ingwer und Zimt sinnvoll, denn er wirkt wärmend und anregend.” Wer unter Einschlafstörungen leidet oder schlecht abschalten kann, sollte sich eine beruhigende Mischung anfertigen lassen, zum Beispiel mit Passionsblumenkraut, Hopfenzapfen, Pomeranzenschale und Melissenblättern.

„Gegen Gereiztheit und Ärger hilft erfahrungsgemäß ein heißer Tee aus Pfefferminze, Melisse und Fenchel, der mit Grapefruitsaft und etwas Honig abgerundet werden kann.” Auch bei einem Energietief am Schreibtisch kann der richtige Tee Wunder wirken, sagt Kerckhoff: „Ein Tee aus kleingeschnittenen Datteln, Rosinen, Kokoschips, frisch gemahlenem Ingwer, Kardamom und Zimt weckt mit seiner aromatischen Schärfe die Lebensgeister.”

Auf hochwertige Zutaten achten

Bevor der heiße Tee in die Tasse kommt, gilt es, die richtigen Zutaten zu finden. Kerckhoff empfiehlt, beim Einkauf besonders auf Qualität zu achten: „Nur hochwertige Ware sorgt auch für intensive Aromen.” Kräuter mit Qualitätskontrolle bekommt man in Apotheken. „Ideal für Genusstees sind natürlich auch Teeläden oder Gewürzstände auf dem Wochenmarkt, bei denen man gute Qualität direkt an Farbe und Geruch erkennt.” Verzichten sollte man möglichst auf künstlich aromatisierte Tees, empfiehlt die Expertin: „Der Geschmack kann nicht überzeugen.”

Wichtig für den Genuss sei auch das persönliche Wohlfühl-Umfeld. Ob zu Hause oder im Büro: Für eine gute Tasse Tee sollten Sie sich Zeit nehmen und Pause machen, sagt Kerckhoff. „Genießen Sie die Wärme und lassen Sie den Geschmack auf sich einwirken. Das ist wie eine kleine Entdeckungsreise zu sich selbst.”

Informationen rund um das Thema Naturheilkunde bietet die Internetseite http://www.naturundmedizin.de. Dort kann für 8 Euro auch der Ratgeber „Teemischungen” mit vielen Wohlfühl-Rezepten bestellt werden.