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Coronavirus: Welche Hygienemaßnahmen sind jetzt wichtig?

Coronavirus : Welche Hygienemaßnahmen sind jetzt wichtig?

Das Coronavirus breitet sich derzeit auf der ganzen Welt rasant aus und sorgt für große Verunsicherung. Besorgnis bereiten vielen Menschen aber nicht nur die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Gesundheitssysteme und Wirtschaft. Zudem beschäftigt viele die Frage, wie sie sich durch Hygienemaßnahmen zu Hause ausreichend vor einer Infektion schützen können.

Welche Vorsorgemaßnahmen gegen das Coronavirus sind im Haushalt erforderlich?

Um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, reduzieren die Deutschen aktuell ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum. Außerdem werden die Corona-Einschränkungen der Regierung weitestgehend beachtet und zur Not auch durchgesetzt. Überdies ist das Bewusstsein der Bevölkerung dafür, beispielsweise auch bei einer Fahrt im Taxi besonders vorsichtig sein zu müssen, gestiegen.

Unsicherheit besteht allerdings nach wie vor dann, wenn es um das Verhalten in den eigenen vier Wänden geht. Genügt „gewöhnliches“ Putzen jetzt oder sind eventuell besondere Hygienemaßnahmen oder neue, hochwertigere Reinigungsutensilien nötig?

Prinzipiell rät das Robert Koch-Institut dazu, einer Virusinfektion durch Handhygiene, eine angemessene Nies- und Husten-Etikette sowie genügend Abstand zu Infizierten vorzubeugen. In diesem Zusammenhang gilt für das Coronavirus nichts anderes als für sonstige respiratorischen Krankheiten auch.

Das Coronavirus macht besondere Hygienemaßnahmen erforderlich. Foto: padrinan / Pixabay.com (CCO Creative Commons)

Was hingegen die Hygiene im eigenen Haushalt betrifft, gibt das Institut keine gesonderten Empfehlungen heraus. Dennoch ist es sinnvoll, nun einige zusätzliche Hygienemaßnahmen im Haushalt zu ergreifen. Hierzu rät beispielsweise auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Entsprechende Maßnahmen können etwa dann ergriffen werden, wenn eine Virusinfektion im eigenen Umfeld aufgetreten ist. Selbstverständlich eignen sich die Maßnahmen aber auch als Prävention und sind generell gegen krankheitsauslösende Keime hilfreich.

Hygienisch rein: Welche Putzmittel sind empfehlenswert?

Um die eigenen Wohnräume gründlich zu reinigen, genügen regelmäßig handelsübliche Haushaltsreiniger. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist außerdem darauf hin, dass als antibakteriell ausgewiesene Reinigungsmittel jetzt nicht unbedingt erforderlich sind.

Außerdem ersetzen besondere Desinfektionsmittel einen herkömmlichen Haushaltsreiniger prinzipiell nicht. Das hängt mit der fehlenden Reinigungswirkung dieser Mittel zusammen. Schließlich ist ein Desinfektionsmittel nicht dafür konzipiert, Schmutz zu entfernen. Lediglich in besonderen Ausnahmefällen - oder wenn ausdrücklich von einem Arzt angeraten - müssen desinfizierende Mittel daheim zum Einsatz kommen.

Neben herkömmlichem Haushaltsreiniger erweist sich außerdem Spülmittel als effektiv zur Bekämpfung des Coronavirus. Das hängt mit den im Spülmittel enthaltenen Fettlösern zusammen. Es wird angenommen, dass diese die Virenhülle des Coronavirus effektiv angreifen und zerstören.

Weitaus wichtiger als die Frage nach den eingesetzten Putzmitteln, ist allerdings das Wie der Reinigung zu Hause. Insbesondere ist stets darauf zu achten, getrennte Putzutensilien etwa für Küche, Bad und Toilette zu verwenden. Einzusetzen sind außerdem solche Lappen und Tücher, die sich bei 60 Grad waschen lassen. Nur so gelingt später auch eine hygienische Reinigung der Putzutensilien.

Richtig waschen gegen eine Coronainfektion

Aktuell ist noch relativ umstritten, wie lange das Coronavirus auf Oberflächen überleben kann. Dementsprechend ist auch die Frage nach einer Ansteckungsgefahr, die von Textilien oder sonstigen Oberflächen ausgehen kann, nicht abschließend geklärt. Dennoch gilt: Befindet sich im eigenen Haushalt eine Person, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist beim Waschen besondere Vorsicht geboten. Befindet sich ein Infizierter im eigenen Haushalt, ist die Wäsche nämlich bei mindestens 60 Grad zu waschen. Diese Temperaturen stellen sicher, dass Viren nach der Wäsche abgetötet sind.

Als besondere Vorsichtsmaßnahme rät der Nation Health Service, der britische Gesundheitsdienst, außerdem dazu, Schmutzwäsche nicht auszuschütteln. So wird vermieden, das Virus durch Ausschütteln in der Umgebungsluft zu verbreiten.

Überdies gilt nicht nur im Zusammenhang mit dem Coronavisrus: Nachdem die Schmutzwäsche in die Waschmaschine geräumt wurde, sind die Hände zu waschen. Um einer Vermehrung von gesundheitsschädlichen Keimen vorzubeugen, ist es außerdem nicht ratsam, nasse Wäsche lange in der Waschmaschine zu belassen.

Außerdem sollte die Waschmaschine an sich öfters gereinigt werden. Schließlich vermehren sich Bakterien im feuchtwarmen Waschmaschinen-Klima besonders schnell. Um Bakterien abzutöten, reicht es jedoch aus, die Maschine mindestens einmal pro Woche im Heißwaschgang laufen zu lassen.

Richtig Lüften gegen Viren

Regelmäßiges und ausreichendes Lüften ist für ein gutes Raumklima förderlich und beugt Schimmelbildung vor. Außerdem wird durch regelmäßiges Lüften die Gefahr, sich mit Viruserkrankungen anzustecken, gemindert. Schließlich steigt die Virenanzahl in der Luft gerade in geschlossenen Räumen schnell stark an. Durch regelmäßiges Stoßlüften lässt sich die Virenkonzentration in der Luft aber senken.

Außerdem beugt ein durch das Lüften verbessertes Raumklima dem Austrocknen von Nasen- und Mundschleimhäuten vor. Das wiederum hilft dem Immunsystem, eindringende Viren besser abzuwehren.

Täglich benutzte Gegenstände besonders gründlich reinigen

Gegenstände, die täglich benutzt bzw. angefasst werden, sind derzeit besonders gründlich zu reinigen. Zu den betroffenen Gegenständen zählen insbesondere Türklingen, Lichtschalter, aber auch Smartphones oder Tablets. Schließlich werden diese Gegenstände viele Male täglich mit nicht immer sauberen Händen angefasst. Sinnvoll ist es daher, sie mit einem feuchten Tuch und einem Spritzer Essigessenz mehrfach pro Tag abzureiben.

Nicht zu vernachlässigen sind außerdem Griffe an täglich genutzten Geräten oder Schränken. Auch sie werden täglich meist mehrfach berührt. Dementsprechend groß ist die Gefahr, das Coronavirus oder andere Krankheitserreger beim Berühren solcher Flächen unbewusst zu verteilen.

Was für Griffe, Smartphone und ähnliche Gegenstände gilt, ist auch in Bezug auf die Fernbedienung wichtig. Diese wird nämlich üblicherweise nur in unregelmäßigen Abständen gereinigt. Dennoch können sich Viren und Keime hier hervorragend auf Knöpfen und in Zwischenräumen festsetzen. Auch die Fernbedienung sollte daher regelmäßig mit einem nebelfeuchten Tuch und Essigessenz gereinigt werden. Die Reinigung der Zwischenräume gelingt hingegen mit einem in Essig getränkten Wattestäbchen.

Viren- und Keimdichte im Bad reduzieren

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass insbesondere der Wasserhahn im Badezimmer oft eine hohe Keim- und Virendichte aufweist. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass er meist direkt nach einem Toilettengang angefasst wird. Aktuell wird der Wasserhahn besonders oft zum Händewaschen bedient und ist in der Corona-Zeit daher regelmäßig gründlich (auch von der Rückseite) zu reinigen.

(vo)