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Corona-Pandemie und Herzkrankheiten: Keine Angst vorm Arztbesuch

Corona : Pandemie und Herzkrankheiten: Keine Angst vorm Arztbesuch

Notfall bleibt Notfall: Während der Corona-Pandemie sollten Patienten bei akuten Herzsymptomen die Behandlung im Krankenhaus nicht vermeiden. Bei chronischen Herzerkrankungen sind die richtige Therapie und eine gesunde Lebensweise aktuell wichtiger denn je.

Die Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus ist besonders in Arztpraxen und Krankenhäusern groß. Patienten fürchten die durch das Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19, die gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen am Herz-Kreislauf-System zu schweren Verläufen führen kann. Mediziner befürchten, dass diese Sorge den Umgang mit ernstzunehmenden Notfällen wie beispielsweise einem Herzinfarkt beeinflusst. Eine aktuelle Analyse der DAK Gesundheit zeigt: Im Vergleich zu 2018 und 2019 wurden im März dieses Jahres etwa 25 Prozent weniger Versicherte wegen eines Herzinfarktes stationär im Krankenhaus behandelt.

Mediziner warnen: Wer bei einem Herz-Notfall die lebenswichtige Behandlung hinauszögert, geht möglicherweise ein deutlich höheres Risiko ein: Die Wahrscheinlichkeit, an einem nicht rechtzeitig behandelten Herzinfarkt zu versterben, sei deutlich höher als durch den schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung.

Herzpatienten gehören zur Risikogruppe

In der aktuellen Situation sei es ebenso besonders wichtig, bereits bestehende Herzerkrankungen richtig zu behandeln. Betroffene mit Herzerkrankungen gehören zu den Risikopatienten der Corona-Pandemie. Ist das Herz wie bei der sogenannten Herzinsuffizienz bereits geschwächt, stellt die Viruserkrankung eine zusätzliche Belastung dar. Das Virus befällt häufig Zellen in den unteren Atemwegen und führt so zu einer Lungenentzündung. Diese ist eine große Belastung für das gesamte Herz-Kreislauf-System. Außerdem kann das Virus direkt das Herz schädigen, wenn es die Herzkranzgefäße befällt. Die sogenannten Koronargefäße versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut.

Gerade jetzt sollten Betroffene wie gewohnt Kontrolltermine bei ihrem Kardiologen wahrnehmen und ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Eine gut eingestellte Therapie ist laut Medizinern in der aktuellen Situation besonders wichtig. Außerdem können Betroffene durch einen gesunden Lebensstil viel für ihre Herzgesundheit tun.

In Bewegung bleiben und gesund essen

Bewegung bleibt auch während der Corona-Pandemie wichtig für ein gesundes Herz. Wer zur Risikogruppe gehört, muss nicht gänzlich zu Hause bleiben. Mit moderater Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Herzsport-Übungen zu Hause können Betroffene ihr Herz stärken. Um es nicht zu sehr zu belasten, sollten sie zur Sicherheit zuvor mit ihrem Arzt sprechen.

Eine abwechslungsreiche, mediterrane Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst und Fisch hilft Herzpatienten, ihr Gewicht konstant zu halten oder gegebenenfalls Übergewicht abzubauen. In Rücksprache mit dem Arzt kann zudem eine Beschränkung der Trinkmenge zur Entlastung des Herzens beitragen. Außerdem empfiehlt der Kardiologe gegebenenfalls, die täglich aufgenommene Salzmenge zu reduzieren. Dabei ist es hilfreich, selbst zu kochen und auf industriell hergestellte Lebensmittel zu verzichten. Sie enthalten im Vergleich zu frisch zubereiteten Speisen oftmals viel Salz.

(vo)