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Berlin: Bund fördert fördert Modellvorhaben in der Demenzforschung

Berlin : Bund fördert fördert Modellvorhaben in der Demenzforschung

Die Bundesregierung will die Versorgung demenzkranker Menschen durch eine Intensivierung der Forschung verbessern. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagte am Mittwoch in Berlin, die Krankheit Demenz müsse enttabuisiert und in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden.

„Wir wissen zu wenig”, so Schmidt. Dies betreffe sowohl die Diagnosestellung, die häufig zu spät erfolge, als auch die medizinische Behandlung und die beste pflegerische Begleitung altersverwirrter Patienten.

Schmidt rief Forschungs- und Pflegeeinrichtungen, aber auch Krankenhäuser und ambulante Projekte dazu auf, sich am „Leuchtturmprojekt Demenz” zu beteiligen. Das Gesundheitsministerium fördert in den kommenden beiden Jahren mit 13 Millionen Euro Forschungs- und Modellvorhaben, die neue Erkenntnisse über die beste Versorgung demenzkranker Menschen liefern.

Die Ergebnisse sollten möglichst bald jedem Patienten zu Gute kommen, sagte Schmidt. Die Förderung der Versorgungsforschung wird durch intensive Grundlagenforschung ergänzt, welche das Bundesforschungsministerium in den kommenden Jahren mit 60 Millionen Euro zusätzlich fördern will.

Schmidt und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatten dies bereits gemeinsam angekündigt. Erkenntnisse über die Behandlung von Demenz und den Umgang mit demenziellen Patienten müssten auch in die Krankenpflegeausbildung und ins Medizinstudium einfließen, sagte Schmidt.

Geplant sei, dass Ärzte mit einer entsprechenden Zusatzausbildung geriatrische Leistungen extra abrechnen können, kündigte die Ministerin an. Anträge für Forschungs- und Modellvorhaben können bis zum 17. Januar 2008 eingereicht werden. Ein Wissenschaftlergremium schlägt Projekte zur Förderung vor, die Entscheidung liegt bei Schmidt selbst.