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Hagen: Blutspender dringend gesucht: Aber nicht jeder ist geeignet

Hagen : Blutspender dringend gesucht: Aber nicht jeder ist geeignet

Blutspender sind derzeit besonders gefragt: Der Bedarf der Krankenhäuser nach frischen Konserven ist groß, aber nur wenige Bürger gehen zu den Blutspendeterminen.

Schnupfen, Grippe und das Noro-Virus grassierten in vielen Teilen Deutschlands und setzten viele regelmäßige Blutspender außer Gefecht, sagte Friedrich-Ernst Düppe vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hagen am Donnerstag dem dpa-Themendienst. Wer Blut spenden will, sollte daher schnell zur Tat schreiten. Doch nicht jeder ist gesundheitlich auch dazu geeignet.

Menschen, die bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen oder eine Vorerkrankung haben, werden oftmals von der Spende ausgeschlossen. „Die in den Medikamente enthaltene Chemie kann sich unter Umständen in der Blutkonserve wiederfinden und den Empfänger schädigen”, erklärte Düppe. Darüber hinaus ist die Einnahme eines Medikaments auch immer Indiz für eine bestehende Vorerkrankung beim Blutspender.

Ein Beispiel hierfür sind Schmerzmittel, die das Blut verdünnen. Blut von diesen Spendern darf laut dem Experten keinem Empfänger gegeben werden, bei dem die Blutgerinnung erhöht werden soll. In anderen Fällen wird das Medikament genommen, um eine bestehende Erkältung oder Entzündung in den Griff zu bekommen. Dann ist die Blutspende gar nicht möglich, und der Betroffene wird für bestimmte Zeit gesperrt. So müsse zum Beispiel nach einer Grippe mindestens zwei Wochen ausgesetzt werden.

„Wir wollen damit verhindern, dass Krankheitserreger in die Blutkonserve gelangen”, erläuterte Düppe. Mit Antibiotika verhält es sich ähnlich. Erst 14 Tage nach der letzten Einnahme des Medikaments dürfe wieder gespendet werden. So werde sichergestellt, dass die Krankheit kuriert und das Blut frei von Antibiotika ist. Frauen, die die Pille nehmen, können dagegen bedenkenlos Blut spenden.

Besonders vorsichtig sollten jedoch Blutspender sein, die eine Allergie haben. Besteht zum Beispiel eine Pollenallergie, dürfe in der Hauptpollensaison wie im Frühling kein Blut gespendet werden. „Das geschieht zum Schutz des Spenders, denn wenn wir ihm einen halben Liter Blut entnehmen, kann es zum anaphylaktischen Schock kommen”, warnte der Fachmann.

Längere Aufenthalte im Ausland führen unter Umständen ebenfalls zu einem Ausschluss: „Wer in Afrika in einer Region war, in der Malaria vorkommt, darf ein halbes Jahr kein Blut spenden”, erklärte Düppe. Auch in der Osttürkei gebe es Regionen, in denen Malaria auftritt. Menschen, die dort aufgewachsen sind, müssen vor der Blutspende einen Antikörpertest auf Malaria machen. Ebenso gesperrt sind den Angaben zufolge Menschen, die zwischen 1980 und 1996 in der Summe aller ihrer Aufenthalte länger als sechs Monate in Großbritannien oder Irland waren. Sie könnten sich dort mit der menschlichen Variante von BSE - der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit - infiziert haben.

Täglich werdeb in Deutschland etwa 1500 Blutspendetermine angeboten. „Menschen, die Blut spenden möchten, suchen sich einfach einen Termin in ihrer Nähe heraus und gehen ohne Voranmeldung hin”, sagte Düppe. Wer zum ersten Mal Blut spendet, muss einen gültigen Personalausweis vorlegen. Die genauen Termine des Roten Kreuzes sind im Internet unter http://www.drk.de/blutspende hinterlegt.