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Oak Brook: Betäubungsgel verhindert Schmerzen bei Mammografie

Oak Brook : Betäubungsgel verhindert Schmerzen bei Mammografie

Brustschmerzen bei der Mammografie können mit einem Betäubungsgel vermieden werden. Das Gel mit dem in niedriger Dosierung rezeptfreien Wirkstoff Lidocain wird auf die Hautoberfläche der Brust aufgetragen und bewirkt eine leichte örtliche Betäubung.

Dadurch empfinden Frauen die Deformation der Brust für die optimale Röntgenaufnahme nicht mehr als so störend, wie Mediziner um Colleen Lambertz vom St. Lukes Mountain States Tumor Institute in Boise nachgewiesen haben. Frauen würden dadurch motiviert, regelmäßiger die Vorsorgeuntersuchung für Brustkrebs wahrzunehmen, teilt die amerikanische Gesellschaft für Radiologie in Oak Brook mit.

Bei der Mammografie durchleuchten Ärzte die Brust mit Röntgenstrahlen, um nach Krebs im Gewebe zu fahnden. Um die Strahlendosis niedrig zu halten und das Gewebe möglichst gleichmäßig zu durchstrahlen, wird die Brust zwischen zwei Platten des Röntgengeräts gedrückt. Dies empfinden Frauen häufig als unangenehm oder gar schmerzhaft.

Die Mediziner um Lambertz untersuchten daher die Wirkung eines oberflächlich angewandten Betäubungsgels, wie es ähnlich auch zur örtlichen Betäubung bei kleinen operativen Eingriffen verwendet wird.

Aus einer Gruppe von 418 Frauen, die Berührungsängste mit der Mammografie hatten, bekam ein Teil der Probandinnen das Gel, ein weiterer Teil ein Scheinmedikament und ein dritter Teil ein Schmerzmittel in Tablettenform wie etwa Ibuprofen. Das Gel wird auf die Brust aufgetragen und vor der Röntgenaufnahme wieder entfernt.

Die Auswertung der anschließenden Teilnehmerbefragung zeigte den Forschern, dass nur das Gel den Frauen einen besseren Behandlungskomfort bot. Mit dieser positiven Erfahrung gaben rund 98 Prozent der Frauen an, ein Jahr später zur nächsten Vorsorgeuntersuchung erscheinen zu wollen.