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Mönchengladbach: Bei Verdacht auf Nagelpilz immer zum Hautarzt

Mönchengladbach : Bei Verdacht auf Nagelpilz immer zum Hautarzt

Gelblich verfärbte Zehennägel, die sich mit der Zeit verdicken und bröckelig werden, sind kein Fall für den Fußpfleger, sondern für den Hautarzt: Dahinter kann ein hartnäckiger Nagelpilz stecken.

„Es ist zwar auch möglich, dass diese Veränderungen von immer wieder auftretenden kleinen Verletzungen etwa durch zu enge Schuhe verursacht werden”, erläutert der Mönchengladbacher Hautarzt Klaus Strömer, Vizepräsident des Berufsverbandes der Dermatologen: „Das kann man aber optisch nicht von einem Nagelpilz unterscheiden.” Um sicherzugehen, muss daher ein Abstrich gemacht und eine Kultur angelegt werden, in der möglicherweise vorhandene Pilze auf einem Nährboden gezüchtet werden.

Bestätigt sich der Verdacht, sollte der betroffene Nagel regelmäßig abgeschliffen werden. „Das hat zwei Effekte: Zum einen entfernt man vom Pilz durchzogenes Gewebe und zum anderen ziehen die Anti-Pilz-Lacke und -Tinkturen besser in den Nagel ein”, erklärt Strömer. Solche Lacke sind in Apotheken rezeptfrei erhältlich.

Die häufig empfohlenen Cremes bringen dagegen nichts, wie der Experte betont, sie dringen nicht tief genug in das tote Nagelgewebe ein. Problematisch wird es, wenn auch das Nagelbett mitbetroffen ist: „Würde man hier nur den vorderen Teil des Nagels behandeln, würde von hinten immer neues befallenes Material nachwachsen”, berichtet Strömer. In solchen Fällen muss ein Antimykotikum in Tablettenform eingenommen werden, um der Infektion Herr zu werden. Allerdings muss man sich in jedem Fall auf eine langwierige Behandlung einstellen, die bis zu einem Jahr dauern kann - so lange braucht der Nagel, um sich einmal vollständig zu regenerieren.

Verhindern kann man eine solche Infektion praktisch nicht: Die Erreger, übrigens die gleichen wie beim Fußpilz, lauern nahezu überall und besonders gerne dort, wo es feucht und warm ist wie im Schwimmbad. Auch die Geräte bei der Fußpflege sind potenzielle Pilzquellen, es sei denn, sie werden mit Druck und Hitze sterilisiert. Am widerstandsfähigsten sind gut gepflegte Füße, die immer sorgfältig abgetrocknet und in atmungsaktiven Schuhen und Strümpfen verpackt werden.