Rödermark: Bauchweh nach dem Essen kann Anzeichen für Histamin-Intoleranz sein

Rödermark: Bauchweh nach dem Essen kann Anzeichen für Histamin-Intoleranz sein

Ein aufgeblähter Bauch nach dem Stück Pizza, Kopfschmerzen nach einem Glas Apfelsaft, geschwollene Augenlider nach einem Stück Camembert oder ein Asthmaanfall nach einer Pilzpfanne - all das können Anzeichen einer Histamin-Unverträglichkeit sein.

„Histamin ist ein biogenes Amin, dass bei dem Abbau der Aminosäure Histidin entsteht”, sagt Ernährungswissenschaftlerin Ingrid Acker aus Rödermark. Histamin sei bei zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, wie zum Beispiel bei der Immunreaktion, bei Entzündungen und im Nervensystem.

„Manche Menschen können das Histamin nicht schnell genug abbauen. Es kommt zu einer hohen Histamin-Konzentration und das kann zu unangenehmen bis ernsten Beschwerden führen”, sagt Acker. Die individuelle Empfindlichkeit richte sich jedoch danach, wie gut der Körper das Histamin abbauen könne. „Wenn jemand Beschwerden nach dem Verzehr von beispielsweise Thunfisch, Hefespeisen, Essiggurken oder bestimmten Obstsorten hat, geht es vor allem darum, die Toleranzgrenze für Histamin zu finden und die kann bei den Betroffenen sehr unterschiedlich sein”, sagt Acker. Die Diagnose sollte immer gemeinsam mit Tests und der Beurteilung eines sorgfältig geführten Ess- und Beschwerdetagebuchs gestellt werden.

Die Krankenkassen erstatten bei einer Histamin-Unverträglichkeit einen Anteil der Kosten für eine qualifizierte Ernährungsberatung. „Und eine solche Beratung ist bei einer Histamin-Intoleranz dringend zu empfehlen”, sagt Acker. „Denn es kann sehr mühselig sein, sich bei dieser Diagnose ausgewogen zu ernähren, weil unter Umständen auf so viele Lebensmittel verzichtet werden muss.” Ohne eine engmaschige Betreuung vom Arzt und eine Beratung könne es durchaus schnell zu unerwünschtem Gewichtsverlust und Unterversorgung kommen.

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