1. Leben
  2. Gesundheit

Berlin: Autistische Kinder haben oft Sonderinteressen

Berlin : Autistische Kinder haben oft Sonderinteressen

Außenseiter im Kindergarten müssen nicht zwangsläufig von der Gruppe verstoßen worden sein. Manchmal zieht sich ein Kind auch von sich aus von seinen Spielkameraden zurück.

„Ist ein solches Verhalten von Dauer, sollten Eltern bei einem Kinderpsychiater abklären lassen, ob ihr Sprössling möglicherweise unter einer autistischen Störung leidet”, rät Christine Freitag von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP).

Gerade leichtere Formen des Autismus wie das sogenannte Asperger Syndrom fallen ihr zufolge erst ab einem Alter von etwa vier bis fünf Jahren auf. Betroffene Kinder sind normal begabt, aber bei sozialen Interaktionen in ihren Fähigkeiten eingeschränkt. Häufig haben sie Sonderinteressen, denen sie sich besonders intensiv widmen, und sie neigen zu ritualisiertem Spielverhalten.

Wird das Asperger Syndrom frühzeitig diagnostiziert, kann den Kindern mit sozialem Kompetenztraining geholfen werden. „Autismus lässt sich nicht heilen, aber man kann die Symptomatik durchaus positiv beeinflussen”, betont Freitag.

Schwere Formen des Autismus indes zeigen sich in der Regel bereits im frühen Kindesalter. Betroffene haben gravierende Kommunikationsprobleme und lernen erst deutlich später als ihre Altersgenossen zu sprechen. Eltern sollten laut Freitag misstrauisch werden, wenn ihr Nachwuchs mit zwölf Monaten noch keine einzelnen Wörter brabbelt oder mit anderthalb Jahren noch keine einzelnen Wörter spricht. Auch fehlender Blickkontakt sei ein Signal für frühkindlichen Autismus.