Wiesbaden: Augengymnastik macht müde Augen wieder munter

Wiesbaden: Augengymnastik macht müde Augen wieder munter

Fünfmal mit den Augäpfeln links herum rollen, fünfmal rechts herum, dann die Hände aneinander reiben, bis sie warm sind, und über die geschlossenen Augen legen.

„Die Empfehlung von Augengymnastik zur Behandlung von Brechungsfehlern der Augen ist ein in Abständen immer wiederkehrender Trend, den der Amerikaner William Bates begründet hat”, sagt Klaus Heckmann, stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands.

Das ehrgeizige Ziel von Bates: Eine mangelhafte Sehschärfe wegen Kurzsichtigkeit allein durch das Training der Augenmuskulatur zu korrigieren.

„Das ist jedoch aus wissenschaftlicher Sicht ziemlicher Humbug”, betont der Wiesbadener Augenarzt, „da die Ursachen von Kurz- oder Weitsichtigkeit mit der Augapfellänge zu tun haben und nicht mit der Augenmuskulatur - die übrigens auch ohne spezielle Übungen fit bleibt.” Auch eine noch so trainierte Augenmuskulatur könne die Länge des Augapfels nicht beeinflussen.

Wird Augengymnastik mit der richtigen Intention betrieben, hält Heckmann sie allerdings dennoch für sinnvoll: „Wer stundenlang am Computer arbeitet, kann durch derartige Übungen juckenden oder geröteten Augen vorbeugen.” Denn beim Starren auf den Bildschirm verringert sich die Lidschlagfrequenz, wodurch die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig verteilt wird und das Auge austrocknet.

„Bewusstes mehrmaliges Blinzeln, Augenrollen und ein gelegentlicher Blick aus dem Fenster, um zur Abwechslung einmal in die Ferne zu schauen, können hier Abhilfe schaffen.”