Erfurt: Atmung durch den Mund kann auf vergrößerte Rachenmandeln hinweisen

Erfurt: Atmung durch den Mund kann auf vergrößerte Rachenmandeln hinweisen

Wer sich körperlich anstrengt, atmet meist automatisch sowohl durch den Mund als auch durch die Nase. Im Ruhezustand hingegen ist die Nasenatmung der Normalzustand. Doch insbesondere jüngere Kinder holen sich frische Luft auch dann häufig durch den Mund.

Kann ein gesundheitliches Problem dahinterstecken? „Der Grund für die verstärkte Mundatmung sind meist vergrößerte Rachenmandeln, die die Nasenatmung erschweren”, erklärt Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Die im Volksmund auch Polypen genannten Rachenmandeln liegen am Ende der Nasenhöhle. Ihre Vergrößerung an sich ist gutartig, doch durch die dauerhafte Mundatmung steigt die Infektanfälligkeit: „Denn im Gegensatz zur Nasenatmung wird die Luft bei der Mundatmung weder gesäubert, noch angewärmt und befeuchtet”, erklärt die HNO-Ärztin aus Erfurt. Krankheitserreger nisten sich dadurch leichter ein. Häufig hören die Kinder wegen eines mangelhaften Druckausgleichs auch schlechter und schlafen unruhig, weil ihnen das Atmen schwerfällt.

Oftmals bilden sich vergrößerte Polypen von selbst wieder zurück. „Treten die Probleme jedoch über mehrere Monate hinweg auf, raten die meisten Hals-Nasen-Ohrenärzte zu einer operativen Entfernung der Rachenmandeln”, weiß Lundershausen. Ab dem siebten Lebensjahr erledigt sich das Problem meist von selbst: Da die Gaumenmandeln die immunologische Funktion übernehmen, schrumpfen die Polypen.

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