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Arztbesuch während der Coronakrise - das sollten Sie jetzt wissen!

Das sollten Sie jetzt wissen! : Arztbesuch während der Coronakrise

Die Coronakrise hat das öffentliche Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. So auch den Besuch beim Arzt. Die meisten Menschen sind sich während der aktuellen Corona-Lage unsicher, ob sie zum Arzt gehen sollen oder nicht. Denn schließlich gelten Wartezimmer beim Arzt als große Gefahr sich mit Keimen, Viren oder Bakterien zu infizieren.

Vor allem während der Corona-Pandemie fragen sich viele Menschen, ob es sinnvoll ist zum Arzt zu gehen. Denn unter den Patienten im Wartezimmer könnten auch Menschen sitzen, die das Coronavirus in sich tragen. Die Coronakrise trägt demnach zu einer großen Verunsicherung bei. Wer zurzeit Schmerzen, Leiden oder sonstige Beschwerden hat, die nichts mit der Symptomatik des Coronavirus zu tun haben, entscheidet sich oftmals die Krankheitszeit auszusitzen und auf frei verkäufliche Präparate aus der Apotheke zu setzen. Zwar lassen sich ein paar Behandlungen dadurch aufschieben, doch was ist mit wichtigen Arztterminen bei einem Spezialisten oder einer geplanten Operation?

Gesundheitsämter und Experten rufen derzeit dazu auf nur zum Arzt zu gehen, wenn es keine anderen Möglichkeiten zur Behandlung gibt. Jeder Gang zum Hausarzt sollte demnach genau abgewogen werden. Die Coronakrise ist kein Sprint, sondern ein Marathon, wie es laut dem Gesundheitsminister heißt. Dies bedeutet momentan, dass auch beim Arztbesuch eine besondere Rücksichtnahme und Vorsicht geboten ist. Arbeitnehmer, die ein Attest benötigen, können sich dieses mittlerweile auch telefonisch anfordern. Das Gleiche gilt auch für verschreibungspflichtige Medizin, die vom Hausarzt durch ein Rezept ausgestellt werden muss. Mittlerweile ist es auch Online möglich Krankschreibungen und Rezepte anzufordern. So wurden Lösungen gefunden, die es ermöglichen, nicht unbedingt den Gang zum Arzt antreten zu müssen.

Was Patienten in der aktuellen Corona-Situation wissen müssen, wenn sie den Gang zum Arzt antreten, erfahren Sie im folgenden Beitrag. Ebenso haben wir Ihnen einen Überblick von den Möglichkeiten entworfen, um sich den Gang zum Arzt zu sparen und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sowie Rezepte per Telefon oder Internet anzufordern. So bietet die derzeitige Lage ein paar Besonderheiten, die das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus minimieren soll und die Gefahr einer Infektion so deutlich reduziert.

Rezepte und Krankschreibungen Online anfordern

Die meisten Menschen haben schon mitbekommen, dass Ärzte mittlerweile auch die Berechtigung besitzen ein Rezept oder eine Krankschreibung auf dem digitalen Weg zu übermitteln. So erhalten Patienten nicht mehr wie üblich ein rosafarbenes Rezept vom Hausarzt, sondern ein digitales Rezept, mit welchem sich entweder in einer stationären Apotheke oder einer Online-Apotheke Medikamente bestellen lassen. Durch das neue E-Health-Gesetz ist es möglich geworden die Einführung des digitalen Übermittlungsvorgang in Deutschland sehr zügig einzuführen. Neben dem Rezept wird dabei ebenfalls eine elektronische Patientenakte sowie eine elektronische Gesundheitskarte erstellt, um die Patientenversorgung während der Coronakrise zu optimieren. Um sich über die neuen Möglichkeiten zu informieren, bei denen Online Rezepte eingereicht oder Krankschreibungen angefordert werden können, kann sich ein Blick ins Internet lohnen.

Doch wie funktioniert das neue E-Rezept? Hier können Sie nachlesen, worum es sich genau bei einem E-Rezept handelt und welche Besonderheiten bei der Einlösung eines digitalen Rezepts gelten. Denn jedes Jahr werden mehr als 450 Millionen Rezepte durch Ärzte ausgestellt. Die neuen E-Rezepte sollen dazu beitragen die Gesundheitsversorgung deutlich zu vereinfachen, schneller und sicherer zu machen.

So besitzen E-Rezepte einige Vorteile, die sich auch nach der Testphase in Hamburg bestätigt haben. Dabei verordnen Hausärzte ein Medikament durch einen spezifischen QR-Code, welcher an das Smartphone des Patienten geschickt wird. In den meisten stationären Apotheken und Online-Apotheken gelingt es dann durch Auslesung dieses Codes an die verordnete Medizin zu kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn stellt den neuen E-Rezepten ein gutes Zeugnis aus und sieht einen großen Erfolg in der Telemedizin. Denn Patienten und Ärzte ersparen sich hierbei nicht nur den Weg in eine Praxis und lange Wartezeiten, so dass vor allem ländliche Regionen am meisten profitieren. Auch nach der Coronakrise können E-Rezepte zu einem probaten Mittel werden, um die Kommunikation zwischen Ärzten, Patienten und Apotheken deutlich zu vereinfachen.

Hausärzte immer erst telefonisch kontaktieren

Es wird dazu aufgerufen nicht einfach unangekündigt beim Arzt zu erscheinen. So müssen sich derzeit alle Patienten mit ihren gesundheitlichen Symptomen beim Hausarzt melden, ehe sie einen Termin wahrnehmen können. Vor der Corona-Pandemie gab es jedes Jahr mehr als eine Milliarde Arzt-Patientenkontakte, so dass sich durch die telefonische Konsultierung des Arztes viele direkte Kontakte zwischen Ärzten und Patienten verhindern lassen. Eine Vielzahl von Arztbesuchen lassen sich in Zeiten der Corona-Pandemie aufschieben oder gar komplett absagen.

Wer nicht unter chronischen Krankheitssymptomen leidet und beispielsweise nur wegen einer Magen-Darm-Grippe beim Arzt erscheinen möchte, kann auch per Telefon oder Videochat eine Behandlung bekommen. Anders sieht es dagegen bei chronisch erkrankten Menschen aus, die weiterhin eine regelmäßige Behandlung des Arztes benötigen, um das Krankheitsbild nicht noch schlimmer werden zu lassen. Dennoch sollte jeder Gang zum Hausarzt abgewogen werden. Denn mittlerweile gibt es ein paar sehr effektive Alternativlösungen, die den Gang zum Arzt unnötig erscheinen lassen. Um die Corona-Pandemie wirksam zu bekämpfen, gilt es an einem Strang zu ziehen und kleinere gesundheitliche Probleme den ausgerufenen Gegenbewegungen und Maßnahmen unterzuordnen. Gerade während des erneuten Lockdowns und den verschärften Regeln zum Kontaktverbot, gilt es ganz genau abzuwägen, ob der Gang zum Arzt tatsächlich notwendig ist oder nicht. Wer über akute Beschwerden klagt, soll und darf natürlich auch weiterhin zum Arzt gehen. Dies ist nicht nur bei starken Schmerzen der Fall. Auch beispielsweise bei einer Blasenentzündung sollte man zeitnah einen Hausarzt aufsuchen, um weitere Komplikationen zu verhindern. Des Weiteren müssen Diabetiker, Parkinson-Patienten und andere Patienten mit chronischen Krankheitsbildern versorgt werden. Vorsorgetermine ohne Schmerzen oder Beschwerden sollten in der jetzigen Situation dagegen aufgeschoben werden.

Krankschreibungen ohne Besuch in einer Arztpraxis möglich

Während der Coronakrise ist es seit dem 19.10.2020 möglich Krankschreibungen auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt zu erledigen. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 31.03.2021. Wer über Erkrankungen klagt, die nichts mit den oberen Atemwegen oder Atembeschwerden zu tun haben, muss nicht den Gang zum Arzt antreten, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Diese Regelung gilt bundesweit und soll Ärzte und Mediziner entlasten. Ebenso soll hierbei das Ansteckungsrisiko minimiert werden, da Patienten im Wartezimmer nicht mehr in großer Zahl aufeinandertreffen. Alle Symptome, die nichts mit der Erkrankung der Atemwege zu tun haben, können demnach auch ohne den Gang zum Arzt behandelt werden. So kann man sich derzeit auch nach einem kurzen telefonischen Gespräch mit dem Hausarzt krankschreiben lassen.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gilt dann für maximal sieben Tage. Dazu ist es auch möglich einmalig eine Verlängerung der Krankschreibung auf telefonischen Weg für weitere sieben Tage erwirken zu lassen. Die Krankschreibung per Telefon gilt sowohl für Erwachsene, als auch bei Erkältungsbeschwerden bei Kindern. Die ausgestellten Krankschreibungen lassen sich dann entweder vor oder nach der ärztlichen Sprechstunde abholen. Ebenfalls ist es möglich die Krankschreibung auf dem Postweg oder per E-Mail zu erhalten. Arbeitgeber sind dabei meistens nachsichtig, wenn die Krankschreibung nicht am ersten Tag der Krankheit am Arbeitsplatz vorliegt.

Dennoch gilt für erkrankte Arbeitnehmer weiterhin, dass sie ihren Arbeitgeber bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit telefonisch informieren müssen. Andernfalls kann eine Abmahnung drohen.

Besuch beim Arzt bei Corona-Verdacht

Viele Menschen fragen sich derzeit wie sie vorgehen sollen, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dabei sind die typischen Symptome des Covid-19-Erregers Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber und Halsschmerzen. Wer über all diese oder nur ein paar dieser Symptome klagt, sollte auf keinen Fall unangekündigt beim Hausarzt erscheinen, sondern beim Verdacht einer Infektion den Hausarzt auf telefonischen Weg kontaktieren.

Beim Verdacht einer Infektion verordnen die meisten Ärzte ihren Patienten eine 14-tägige Quarantäne, so dass es bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion heißt Zuhause zu bleiben, um die Verbreitung zu stoppen. Doch unterscheiden sich die Regelungen beim Verdacht auf eine Corona-Infektion von Bundesland zu Bundesland. In vielen Bundesländern wurden spezielle Behandlungs- und Diagnosezentren sowie Fieberambulanzen ins Leben gerufen, um Hausärzte zu entlasten. Ebenso bieten eine Vielzahl von Arztpraxen mittlerweile auch besondere Infektionssprechstunden an, bei den Menschen mit dem Verdacht auf das Coronavirus untersucht und getestet werden. Der Arztbesuch bei einer entsprechenden Infektionssprechstunde kostet für Patienten eine zusätzliche Gebühr. Allerdings gelingt es so den direkten Kontakt mit anderen Patienten zu vermeiden.

Diese Sonderregeln gelten für Spezialisten

Bei einem Akutfall sollte man nach wie vor weiterhin zum Arzt gehen, nachdem man telefonisch einen Termin ausgemacht hat. Dasselbe gilt auch für den Besuch einer Notfallambulanz im Krankenhaus. Hierbei gilt es durch einen Telefonanruf einen zeitnahen Termin zu vereinbaren. Auch, wenn die meisten Krankenhäuser durch das Coronavirus derzeit am Limit arbeiten, werden Akutfälle wie Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen oder Schnittwunden weiterhin sofort behandelt. Anders sieht es dagegen bei Spezialärzten wie Kinderärzten und Zahnärzten aus. Bei vielen Kinderärzten hierzulande wurden die zeitlichen Vorgaben deutlich gelockert. Für verschiedene Vorsorgeuntersuchungen bei Kleinkindern und Babys können verschiedene Termine wie die Vorsorgeuntersuchung U6 später nachgeholt werden. Für die Vorsorgetermine U2 bis U5 gilt dies jedoch nicht. Diese Termine sollten von Eltern wie vorgegeben wahrgenommen werden. Auch bei Zahnärzten gibt es derzeit einige Sonderregeln. Wer unter akuten Zahnschmerzen leidet, soll natürlich weiterhin zum Zahnarzt gehen dürfen. Das Gleiche gilt auch für geplante Behandlungen von Zahnstein, Weisheitszähnen oder Wurzelbehandlungen. Diese Termine sollten unbedingt weiterhin wahrgenommen werden, um die Gefahr von möglichen Komplikationen zu verhindern. Dagegen können Kontrolltermine nach Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt abgesagt oder verschoben werden.

Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

Schwangere betreffen die Sonderregeln bei Vorsorgeterminen nicht. So gilt es nach wie vor alle geplanten Termine in der Schwangerschaft wahrzunehmen. Zum Wohle des Kindes und der Frau ist es dringend notwendig allen geplanten Vorsorgeterminen zu folgen. Die meisten Frauenärzte und Schwangerschaftspraxen haben ihre Sicherheits- und Schutzvorkehrungen noch einmal optimiert, um sicherzustellen, dass sich keine Frau während der Schwangerschaft in einer Praxis mit dem Coronavirus infiziert. So wird der direkte Kontakt mit den Arzthelfern vermieden. Ebenso befinden sich keine anderen Patientinnen während des eigenen Termins in der Praxis. Zudem werden die Praxen und Wartezimmer sowie Behandlungszimmer nach jedem Besuch einer Schwangeren gründlich gereinigt und desinfiziert.

Viele Ärzte bieten derzeit Videosprechstunden an

Damit die ärztliche Versorgung auch bei Menschen ohne chronische Erkrankungen oder bei Akutfällen sichergestellt werden kann, können Patienten mittlerweile auch durch eine Videosprechstunde behandelt werden. So gelten Videosprechstunden als überaus gelungene Alternative zu einem Besuch in einer Praxis. Eine Vielzahl der gesetzlichen Krankenversicherungen setzen sich bereits seit geraumer Zeit für den Einsatz von Videosprechstunden ein, um Ärzte zu entlasten und Patienten einen komfortablen Weg zu ärztlichen Behandlungen anzubieten. Die Behandlung findet Online statt. Patient und Arzt müssen sich demnach nicht mehr im selben Raum befinden. Hierbei gelingt es auf sehr kurzem Weg eine ärztliche Einschätzung zu verschiedenen Krankheitsbildern einzuholen. Viele Routineuntersuchungen wie das Messen von Blutdruck oder der Körpertemperatur können Patienten dabei in Eigenregie erledigen. Aktuell sind es mehr als 25.000 Arztpraxen, die eine Videosprechstunde anbieten. Durch die Coronakrise haben die Online-Sprechstunden deutlich zugenommen. Dennoch gibt es auch eine Vielzahl von Arztpraxen, die auch während der Corona-Pandemie keine Videosprechstunden anbieten. Um herauszufinden, ob der eigene Hausarzt eine Videosprechstunde anbietet, gilt es entweder auf der Webseite des Hausarztes Nachforschungen anzustellen oder den Arzt telefonisch zu kontaktieren. Um eine Videosprechstunde mit einem Arzt wahrzunehmen, benötigen Patienten entweder einen Desktop-PC, ein Notebook mit integrierter Kamera, ein Tablet oder ein Smartphone.

Auch eine stabile Internetverbindung wird hierbei benötigt, um Ärzten und Patienten einen geeigneten Raum zur Behandlung zu bieten. Die Videosprechstunde läuft dann über einen beauftragten Videodienstanbieter, um die Sicherheitsanforderungen zum Wohle der Patienten und Ärzte zu erfüllen. Patienten wird es verboten einen Mitschnitt per Videokamera oder eine Tonaufnahme zu machen. Dabei läuft der Termin zur Videosprechstunde immer gleich ab. Patienten erhalten von Ärzten einen Termin und Informationen, wie sie sich während der Videosprechstunde verhalten sollen. Denn um die Videosprechstunde möglichst reibungslos ablaufen zu lassen, benötigt es beispielsweise eine ausreichend helle Beleuchtung und ein ruhiges Umfeld.

Zudem müssen Patienten eine Einwilligungserklärung zur Nutzung der Daten während der Videosprechstunden geben. Erst dann erhalten Patienten eine spezielle Internetadresse und einen Einwahlcode für die digitale Sprechstunde. Nach einem schnellen Techniktest kann es dann auch schon losgehen. Die meisten Videosprechstunden dauern dabei nicht länger als zehn Minuten.

Fazit: Es gibt eine Vielzahl von Alternativen, um sich den Arztbesuch zu sparen!

Ärzte und Mediziner haben an einen Strang gezogen und haben durch die Vielzahl an Alternativen zum herkömmlichen Arztbesuch die Infektionsgefahr in einer Arztpraxis deutlich reduziert. Ob Videosprechstunde, E-Rezepte oder telefonische Krankschreibungen - viele Patienten müssen heutzutage nicht mehr zwingend den Weg zum Arzt antreten, wenn es sich nicht gerade um einen Akutfall oder chronische Krankheitsbilder handelt.

(vo)