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Bielefeld: Apotheker warnen vor gefälschten Pillen

Bielefeld : Apotheker warnen vor gefälschten Pillen

Apotheker haben vor einer erheblichen Zunahme von gefälschten Medikamenten gewarnt. Wirtschaftskriminelle würden mit den Fälschungen einen Umsatz von 35 Milliarden US-Dollar (24,8 Milliarden Euro) machen, sagte Mona Tawab vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker dem in Bielefeld erscheinenden „Westfalen-Blatt”.

Die Gewinnspannen für die Täter seien enorm. Schätzungen gingen bis zum Jahr 2010 von einer Steigerung auf 75 Milliarden US-Dollar (53,2 Milliarden Euro) aus. Bei Arzneimitteln für Aids- und Krebskranke könnten die Fälschungen tödliche Folgen haben, hieß es im „Westfalen-Blatt”.

Antibiotika mit zu geringen Dosen könnten zu einer dauerhaften Gefährdung der Patienten führen, weil das Medikament keinen Schutz biete. Tawab warnte vor allem vor Medikamentenkäufen von unseriösen Anbietern im Internet. Eine Kontrolle, ob die richtige Arznei in der richtigen Zusammensetzung geliefert werde, sei nicht möglich.

In den EU-Staaten, Japan und in den USA liegt laut Tawab der Anteil der Fälschungen noch unter einem Prozent. In Afrika, Asien, Lateinamerika und in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion sei jedoch bereits fast jedes dritte Medikament gefälscht. Die illegalen Pillen würden überwiegend in Russland, der Ukraine, China, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt.

Der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände, Heinz-Günther Wolf, kritisierte den Medikamentenhandel im Internet und in Drogeriemarkt-Ketten. Damit würden Arzneimittel jetzt so behandelt wie früher Fotoarbeiten, sagte er am Donnerstag dem WDR in Köln.

„Das ist von niemanden gewollt, und das kann auch nicht so weitergehen”, erklärte er. Die Verbraucher hätten eine Anspruch darauf, von seinem Apotheker ihres Vertrauens bestens beraten zu werden. Mit dem Internethandel von Medikamenten befasst sich auch der am Donnerstag eröffnete Deutsche Apothekertag in Düsseldorf.