1. Leben
  2. Gesundheit

Aktiv bleiben trotz nachlassender Augen

Sehkraft : Aktiv bleiben trotz nachlassender Augen

Abnehmende Sehkraft im Alter ist kein Grund, nicht mehr den Freizeitaktivitäten nachzugehen. Gartenarbeit, Wandern, Gymnastik, Radfahren: Mit etwas Unterstützung ist das nach wie vor möglich.

Mit zunehmendem Alter wächst die Gefahr, Probleme mit den Augen zu bekommen. Lästig, doch ungefährlich und mit einer Sehhilfe einfach korrigierbar ist die klassische Altersweitsichtigkeit. Ganz anders sieht es aus, wenn es um Erkrankungen wie altersabhängige Makuladegeneration, Grüner Star und Netzhautablösung - geht. Sie können zu starken Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung führen.

Für die Betroffenen verändert sich mit dem Sehverlust einiges. Das bedeutet aber nicht, dass sie auf Hobbys verzichten müssen. Es gibt viele Aktivitäten, denen sie trotz Handicap nachgehen können. Verschiedene Hilfsmittel helfen dabei ebenso wie der Austausch mit Gleichgesinnten. Über Selbsthilfevereinigungen finden sich Menschen mit Erkrankungen der Netzhaut zusammen - auch, um gemeinsam etwas zu unternehmen.

Weiterhin körperlich aktiv sein

Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Das gilt besonders bei fortschreitendem Alter. Regelmäßige körperliche Aktivitäten helfen, Muskelmasse und Knochendichte zu erhalten. Zudem sind gemeinschaftliche Unternehmungen gut für die Seele.

Vom einfachen Spaziergang über Radtouren mit Partner auf dem Tandem bis zum Rudern auf dem heimischen Ergometer ist fast alles möglich. Wer Sport in der Gemeinschaft vorzieht, trifft in Gymnastikgruppen für Sehbehinderte auf Menschen mit ähnlichen Einschränkungen. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und motiviert zum Durchhalten. 

Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, kann beispielsweise auch Gartenarbeit betreiben. Die Tätigkeiten an der frischen Luft stärken den Körper, während das Erleben der Natur Balsam für die Seele ist. Der ideale Garten für Sehbehinderte besticht mit starken Farben, schönen Düften und einer plätschernden Wasserstelle. So kommen alle Sinne auf ihre Kosten.

Aktiv bleiben trotz nachlassender Augen
Foto: Centre for Ageing Better / Pexels

Ruhe und Körpertraining zugleich finden Naturfreunde ebenso auf Wandertouren, Sicherheit auf schwierigen Wegen können Wanderkugeln geben. Das sind einfache Holzkugeln, die angenehm in der Hand liegen und die seheingeschränkte Person über ein Band mit einem Sehenden verbinden. So fällt die Führung auch auf etwas unwegsamen Gelände leicht. Kartenmaterial zum Ertasten erlaubt es, Touren eigenständig zu planen. Bei der Orientierung im Gelände helfen Outdoor-Navigations-Apps mit Sprachsteuerung auf elektronische Weise. Solche Apps sind neben dem klassischen Langstock auch für Städtetrips eine sinnvolle Unterstützung.

Die Beispiele zeigen, dass es für fast jede Situation ein Hilfsmittel gibt. Einen guten Überblick findet man hier

Vorsorge kann Schlimmeres verhindern 

AMD ist eine Augenerkrankung, die ab einem Alter von 50 Jahren auftreten kann. In ihrem Verlauf nimmt die Sehkraft immer weiter ab. Die Ursache dafür sind Ablagerungen von Stoffwechselprodukten im Zentrum der Netzhaut (Makula), die die Funktion der Sehzellen beeinträchtigen. Dadurch wird das scharfe Sehen eingeschränkt, gerade Linien erscheinen verzerrt.

Aus dieser sogenannten trockenen AMD entwickelt sich in 15 Prozent der Fälle eine feuchte AMD. Sie schreitet deutlich schneller voran und kann bis zur Erblindung führen. Die Ursache dafür sind Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut, die zum Absterben der Sehzellen führen. Im Gegensatz zur trockenen Form können Ärzte die feuchte AMD jedoch behandeln: Hierfür werden die Wirkstoffe regelmäßig ins Auge gespritzt, um die schädlichen Flüssigkeitsansammlungen zu verhindern. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, kann die Sehkraft zum Glück lange erhalten bleiben. Regelmäßige Kontrollen und Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sind also genauso wichtig, wie aktiv zu bleiben.