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Cambridge: Abenteuerlust wird vom Gehirn belohnt

Cambridge : Abenteuerlust wird vom Gehirn belohnt

Abenteuerlust und die ständige Suche nach neuen Erfahrungen und Eindrücken sind tief im Gehirn verankert: Sobald ein Mensch sich zwischen Handlungen mit bekanntem oder unbekanntem Ausgang wählen muss, sorgt ein Belohnungsmechanismus im Gehirn dafür, dass die Wahl auch immer mal auf das Neue, Unbekannte fällt.

Das haben britische Forscher um Bianca Wittmann vom University College London mit Hilfe von Gehirnscans an Testpersonen herausgefunden. Immer wenn sich die Probanden in einem Spiel auf etwas Neues einließen, war eine bestimmte Hirnregion aktiv, die in Verbindung mit dem Belohnungszentrum des Gehirns steht, wie die Forscher im Fachmagazin „Neuron” (Bd. 58., S. 967) schreiben.

Die Wissenschaftler zeigten 15 Testpersonen eine Reihe von Landschaftsbildern auf einem Bildschirm. Wenn die Probanden auf die Bilder klickten, erfuhren sie, ob sie ein Britisches Pfund gewonnen hatten oder nicht.

32 Bilder und der damit verbundene Preis waren den Testpersonen schon vor dem Spiel bekannt. Der mit 32 weiteren Bildern verbundene Gewinn war zunächst unbekannt. Die Mitspieler klickten während des Spiels auch immer auf die neuen Bilder, wobei die Forscher mit der funktionellen Magnetresonanztomografie den Gehirnen bei der Arbeit zusahen.

Bei der Wahl neuer Optionen im Spiel stieg die Aktivität in einem bestimmten Bereich des vorderen Großhirns an, der entwicklungsgeschichtlich sehr alt ist, entdeckten die Forscher. Prozesse, die darin ablaufen, seien daher für Menschen wie auch für Tiere besonders wichtig.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Hirnprozesse das Belohnungssystem immer dann aktivieren, wenn Menschen oder Tiere Neues ausprobieren. Das Gehirn verspricht somit einen Bonus immer dann, wenn die Wahl auf Neues fällt.

In der Entwicklung von Mensch und Tier könne sich dieses Verhalten auszahlen, schreiben die Forscher weiter. Nur durch ständiges abenteuerlustiges Ausprobieren könnten neue Nahrungsquellen oder Lebensräume erschlossen werden. Die Wissenschaftler konnten zwar diese Form der Neugierde als Flackern im Gehirn ausfindig machen. Welche konkreten Stoffwechselvorgänge damit verbunden sind, können sie noch nicht sagen.

Marketingexperten haben sich dieses Verhaltensmuster von Menschen längst zu Eigen gemacht, indem sie immer wieder alten Wein in neue Schläuche füllen: Oft reiche eine neue Verpackung, um das Käuferinteresse an einem alten Produkt wieder anzuregen, erläutert Wittmann.