Köln: Ab 35 Jahren zahlt die Kasse einen Diabetes-Test

Köln: Ab 35 Jahren zahlt die Kasse einen Diabetes-Test

Diabetes Typ 2 ist eine der häufigsten Volkskrankheiten.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft schätzt, dass neben den deutschlandweit rund sieben Millionen Diabetikern etwa elf Millionen Menschen ein hohes Risiko haben, in den nächsten Jahren an der chronischen Stoffwechselkrankheit zu erkranken, die durch starkes Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung ausgelöst wird.

„Ein sogenanntes Screening kann Aufschluss über ein erhöhtes Risiko geben”, sagt der Kölner Internist Matthias Riedel vom Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN).

Ab 35 Jahren übernimmt die Kasse die Kosten für einen Cholesterin- und Blutzuckertest. „Wird bei diesem Test eine gestörte Glukose-Toleranz festgestellt, sprechen wir von Prä-Diabetes”, sagt Riedel. Testen lassen sollte sich jeder, der an hohem Blutdruck und hohem Übergewicht leidet und wenn ein direkter Verwandter an Diabetes erkrankt ist, denn bei Typ-2-Diabetes liegt das Vererbungsrisiko bei über 50 Prozent. Eine andere Möglichkeit, um das Diabetes-Risiko zu testen, ist der Fragebogen „Findrisk”, den es beispielsweise auf der Internetseite der Deutschen Diabetes-Stiftung diabetes-risiko.de/diabetes-risikotest.html gibt.

Wird ein Prä-Diabetes festgestellt, empfiehlt Riedel eine Diabetes-Schulung: „Denn wer sofort handelt, sich mehr bewegt und die Ernährung umstellt, kann den Ausbruch der Krankheit deutlich verzögern.” Die Kassen übernehmen - abgesehen von einigen Pilotprojekten - die Kosten in der Regel jedoch nicht. Ein Kurs dauert in der Regel 4 bis 6 Stunden und die Stunde kostet etwa 25 Euro. „Wer es sich leisten kann, sollte dieses Geld auf jeden Fall investieren”, sagt Riedel.