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Stuttgart: Zusammenveranlagung ist für Ehepaare nicht immer optimal

Stuttgart : Zusammenveranlagung ist für Ehepaare nicht immer optimal

Auch für die Einkommensteuererklärung 2010 entscheiden sich Eheleute im Regelfall für die Zusammenveranlagung, ohne sich große Gedanken hierüber zu machen. Denn ohne Angaben zur Veranlagungsart unterstellt das Finanzamt automatisch, dass die Zusammenveranlagung gewünscht wird.

Das ist in den meisten Fällen auch die richtige Wahl, da hierbei die günstige Splittingtabelle zur Anwendung kommt. Vielfach unbeachtet bleibt, dass auch die getrennte Veranlagung Vorteile bringen kann, worauf die Kanzlei Ebner Stolz Mönning Bachem aus Stuttgart hinweist.

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Ehepartner steuerfreie Einkünfte \x{2212} wie etwa Arbeitslosen- oder Elterngeld \x{2212} bezieht, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, und ansonsten nur geringe oder überhaupt keine steuerpflichtigen Einnahmen vorweist. Denn bei einer getrennten Veranlagung belasten diese steuerfreien Einkünfte nicht die Progression des anderen Ehegatten.

Wurden in 2010 hohe Abfindungen vereinnahmt, können diese über die Fünftel-Regelung ermäßigt besteuert werden. Hier kann die getrennte Veranlagung vorteilhaft sein, wenn der Partner ohne Abfindung ein hohes Einkommen hat. Dann kann die Sonderzahlung gegebenfalls komplett steuerfrei sein.

Interessant ist die getrennte Veranlagung auch dann, wenn ein Ehegatte Verluste erzielt hat: Ohne Zusammenveranlagung erfolgt keine Verrechnung der Verluste mit dem positiven Einkommen des anderen Ehegatten. Bei der Zusammenveranlagung kann der Minusbetrag das Einkommen unter Umständen insgesamt auf 0 Euro absenken, sodass sich Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge sowie der Grundfreibetrag nicht mehr auswirken. Bei der getrennten Veranlagung zieht der Partner mit den positiven Einkünften sämtliche Steuervergünstigungen ab, und der andere Ehegatte kann den Verlust in voller Höhe und ohne Verrechnung auf andere Steuerjahre übertragen.