Elmshorn: Wie schwer die Nachteile der Rürup-Rente wirklich wiegen

Elmshorn: Wie schwer die Nachteile der Rürup-Rente wirklich wiegen

Die Rürup-Rente fristet ein Schattendasein in Deutschland. Das liegt vor allem daran, dass das Modell deutlich komplizierter ist als andere private Vorsorgeformen, vor allem aber auch daran, dass die Rürup-Rente eher als nachteilig wahrgenommen wird. Aber welche Nachteile wiegen wirklich schwer?

Der Zugriff auf das Vermögen aus dem Rürup-Vertrag ist für die Sparer beschränkt. Es kann zum Beispiel nicht vererbt werden. Guthaben aus einem Rürup-Vertrag kann nur in Form einer Rente an den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbt werden.

Und die Rürup-Rente kann nicht beliehen oder übertragen werden - das liegt vor allem daran, dass die Rürup-Rente ja pfändungssicher sein soll, damit das Vermögen bei Insolvenz oder Arbeitslosigkeit vor dem Zugriff des Staates geschützt wird. Wenn aber der Staat nicht zugreifen darf, sollen private Gläubiger das ebenfalls nicht können.

Bei der Rürup-Rente ist keine Kapitalauszahlung möglich

Anders als bei privaten Rentenversicherungen ist es nicht möglich, das angesparte Vermögen im Rentenalter in einer Summe zu bekommen, selbst Teilauszahlungen wie bei der Riester-Rente sind nicht möglich. Sparer haben also keinen Zugriff auf das Kapital, sie können nur eine lebenslange Rente erhalten. Natürlich schränkt das die Verfügbarkeit ein - immerhin ist es das eigene Ersparte, das dort auf der Bank liegt.

Andererseits hat diese Regelung ihren Grund vor allem in der Erkenntnis, dass viele Sparer Lebens- oder Rentenversicherungen nicht bis zum Ende durchhalten - genau dafür aber unterstützt der Staat die Sparer: Sie sollen für das Alter vorsorgen, lebenslang abgesichert sein und nicht das Kapital schnell verzehren können, um dann dem Staat zur Last zu fallen.

Im Alter werden Steuern fällig

Die Rürup-Rente wird - genau wie die gesetzliche Rente - nachgelagert besteuert. In der Einzahlungsphase genießt man so Steuervorteile, in der Rentenphase fallen dann Steuern an. Ab dem Rentnerjahrgang 2040 wird die Rürup-Rente dann tatsächlich zu 100 Prozent besteuert, bis dahin steigt der Steuersatz allmählich an.

Allerdings dürften viele Rentner im Alter tatsächlich wenig Steuern auf die Rürup-Rente zahlen, denn das Paket aus gesetzlichen Rentenansprüchen und einer Rürup-Rente muss zum Beispiel in diesem Jahr bei einem alleinstehenden Rentner mehr als 12.500 Euro im Jahr ausmachen, damit überhaupt das steuerfreie Existenzminimum erreicht wird. Und selbst wenn zu einer gesetzlichen Rente von 2000 Euro eine Rürup-Rente von 500 Euro kommt, wird die mit deutlich weniger als 100 Euro im Monat besteuert.