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Aachen: Wie hoch Ihr Geld abgesichert ist

Aachen : Wie hoch Ihr Geld abgesichert ist

Kundengelder sind bis zu einer bestimmten Höchstgrenze über die Banken abgesichert. Der Teufel steckt aber im Detail, denn Bank ist nicht gleich Bank.

Im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 brachte die Europäische Union eine Richtlinie auf den Weg, wodurch jede Bank in der EU pro Kunde 100.000 Euro an Spareinlagen gesetzlich garantieren muss. Darunter fallen Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparbriefe sowie Fremdwährungskonten, die auf Euro lauten. Selbst Wertpapiere sind in geringem Umfang inbegriffen. Von der Regelung ausgenommen sind dagegen Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, zum Beispiel Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate.

Gilt die Einlagensicherung pro Person oder Konto?

Häufig liest man: Der gesetzliche Einlagenschutz besteht pro Konto und Bankkunde. Das ist ein Irrtum. Denn das würde zur Folge haben, dass ein Kunde, der mehrere Bankkonten bei einem Geldhaus hat, mehrfach die gesetzliche Einlagensicherung für sich in Anspruch nehmen könnte. Richtig ist: Die Einlagensicherung gilt pro Anleger und Bank. Es bringt nichts, mehrere Konten bei der gleichen Bank zu eröffnen, weil sich die Einlagensicherung nicht auf die Zahl der Konten, sondern die Zahl der Personen bezieht, sagt Jürgen Eikenbusch, Pressesprecher der DAB Bank. Wer mehrere Konten bei einer Bank unterhält, muss die Einlagensicherung von 100.000 Euro aufteilen.

Ehepaare profitieren von dieser Regelung. Da beiden Eheleuten 100.000 Euro Einlagensicherung zustehen, verdoppelt sich das Schutzvolumen auf 200.000 Euro. Gleiches gilt für Gemeinschaftskonten. Verheiratete müssen also nicht zwangsläufig separate Konten eröffnen, um in den Genuss der erhöhten Einlagensicherung zu kommen.

Anders ist die Sachlage bei großen Geldvermögen. Hier können Singles wie Ehepaare den Garantiespielraum geschickt erweitern. Wer Guthaben über 200.000 Euro vollständig absichern will, der kann das Vermögen auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach in Anspruch nehmen, rät Chistoph Hommel von der Verbraucherzentrale Bayern.

Umfangreichere Einlagensicherung

Bei einigen Banken gibt es nicht nur die gesetzliche Einlagensicherung, sondern obendrauf einen freiwilligen Schutz - auch hier liegen die Unterschiede im Detail:

Deutsche Privatbanken:

Die privaten Geldhäuser gehören größtenteils dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) an. Dieser garantiert aktuell Sparguthaben bis zur Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. Damit beträgt die Einlagensicherung häufig mehrere Millionen Euro. Die Norisbank sichert pro Kunde 76 Millionen Euro ab, die Comdirect steht für 116 Millionen Euro gerade und bei der Santander direkt Bank beträgt die maximale Absicherungshöhe 809 Millionen Euro. Bei der Deutschen Bank und der Hypovereinsbank sind es sogar Milliardenbeträge. Aber nicht jede Bank hat sich diesem freiwilligen Schutzfonds angeschlossen. Nicht dabei sind beispielsweise die Umwelt- und die AKF Bank. Hier sind Einlagen also nur bis 100.000 Euro gesichert.

Öffentliche Banken:

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie PSD Banken haben eigene Sicherungssysteme. Gerät ein Geldhaus in Schwierigkeiten, springen die anderen Institute ein. Kundengelder sind hier ohne Limit gesichert, unterstreicht Hommel.

Europäische Institute:

Die gesetzliche Einlagensicherung greift ebenfalls, wenn eine ausländische Bank ihren Sitz in der EU hat. Das ist etwa bei der Rabo Bank, bei Moneyou und bei der Renault Bank direkt der Fall. Einige ausländische Bankhäuser sind darüber hinaus noch Mitglied im Einlagensicherungsfonds des BdB und garantieren höhere Spareinlagen, beispielsweise Bank of Scotland (250.000 Euro), Cortal Consors (45 Millionen Euro) oder GE Capital Direkt (116 Millionen Euro). Aber Vorsicht: Nicht alle ausländischen Banken gehören dem deutschen Sicherungsfonds an. Deshalb empfiehlt Verbraucherschützer Hommel folgendes: Bevor Anleger höhere Beträge überweisen, sollten sie sich über den Umfang des Einlagenschutzes informieren.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.