Sommerreifen im Winter grob fahrlässig

Sommerreifen im Winter grob fahrlässig

Berlin. Wer bei Schnee und Straßenglätte mit seinem Fahrzeug und unpassender Bereifung ins Rutschen gerät und dadurch einen Unfall erleidet, sollte von seinem Vollkaskoversicherer keine Leistungen erwarten.

„Nicht nur Bußgeld und Punkte in Flensburg drohen bei einem Unfall wegen falscher Bereifung”, sagt Rechtsanwalt Oliver Meixner vom Deutschen Anwaltverein in Berlin: „Sommerreifen bei Schneefall stellen zudem eine grobe Fahrlässigkeit dar, und der Vollkaskoversicherer kann völlig zu Recht die Leistung verweigern oder zumindest erheblich einschränken.”

Dies habe ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main bestätigt. Im konkreten Fall (AZ: 3 U 186/02) sei ein Autofahrer mit Sommerreifen nach Arosa in den Winterurlaub gefahren. Bereits diesen Umstand habe das Gericht als grob fahrlässig gewertet. Als der Urlauber bei glatter Fahrbahn einen Unfall erlitt, weigerte sich sein Vollkaskoversicherer, für den Schaden aufzukommen.

Eine ausdrückliche Pflicht, sein Auto im Winter mit Winterreifen auszurüsten, gibt es in Deutschland nicht. Der Versicherte klagte, doch die Richter entschieden gegen ihn. Wegen seines grob fahrlässigen Verhaltens müsse er den Schaden an seinem Fahrzeug aus eigener Tasche bezahlen.