Hamburg: Schutz bei Berufsunfähigkeit: Unfallversicherung nur zweitbeste Wahl

Hamburg: Schutz bei Berufsunfähigkeit: Unfallversicherung nur zweitbeste Wahl

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, muss versichert sein, um das das ausbleibende Einkommen zu ergänzen. Doch schon lange vorher stellt sich die Frage nach der besten Absicherung, wenn infolge von Unfällen oder schwere Krankheiten der Jobverlust droht.

Dabei ist die in diesen Fällen liebste Police der Deutschen - die Unfallversicherung - bestenfalls zweite Wahl. Denn einen umfassenden Schutz gegen Invalidität bietet die Police keinesfalls. Sie zahlt bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit nicht einen Cent. Doch gerade aus Krankheitsgründen scheiden die meisten Menschen aus dem Job aus, unfallbedingt hingegen nur ein geringer Prozentsatz.

Wenn es darum geht, die eigene Arbeitskraft und damit den sozialen Standard zu versichern, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung stets sinnvoller. Denn sie sichert bei dauerhafter Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente als Einkommensersatz. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Berufsunfähigkeit auf einer Krankheit oder einem Unfall beruhte.

Doch ganz billig ist der Schutz nicht. Für 100 Euro Rente werden im Monat schnell 60 Euro und mehr fällig. Trotzdem sollte auf eine ausreichende Versicherungssumme geachtet werden und 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens versichert sein. Wichtig sind dabei zudem korrekte Angaben beim Abschluss der Versicherung. Vor allem falsche oder unvollständige Angaben zu den Vorerkrankungen führen oft dazu, dass Versicherer nicht zahlen müssen. Hier sind Verbraucher aufgefordert, die Anträge ehrlich und umfassend auszufüllen.

Auch sogenannte Dread-Disease-Policen können als Invaliditätsschutz hilfreich sein. Der Begriff „dread disease” bedeutet so viel wie „schwere Krankheit”. Zu den versicherten schweren Krankheiten gehören in der Regel Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Nierenversagen und Bypass-Operationen. Die meisten Anbieter erweitern diesen Katalog um weitere Krankheiten und Behandlungsmethoden. Die Krankheiten werden im Vertrag ausdrücklich und abschließend aufgezählt.

Wird eine der Krankheiten diagnostiziert, zahlt die Versicherung die vereinbarte Versicherungsleistung als Einmalzahlung oder Rente. Als alleiniger Invaliditätsschutz ist die Police jedoch nicht zu empfehlen. Denn die praxisrelevanten Krankheiten, die oft zu Invalidität führen, sind nicht versichert. Als Ergänzung aber ist die Police durch eine Überlegung wert.

Auch die private Pflegeversicherung bietet Schutz bei Invalidität, wenn diese zu einer Pflegebedürftigkeit führt. Angeboten werden die Policen in zwei Varianten, zum einen als Beteiligung an den Pflegekosten zum anderen als Tagegeld. Bei der Tagegeld-Variante wird als Absicherung bei Berufsunfähigkeit ein fester Tagessatz gezahlt, egal wie hoch die Kosten später sind. Bei häuslicher Pflege werden oft 25 oder 30 Prozent weniger gezahlt.

Als Vorteil erweist sich dabei, dass die Versicherten als Absicherung bei Berufsunfähigkeit über das Geld frei verfügen können. Haben sie großzügig kalkuliert, bleibt nach Abzug der Pflegekosten eventuell ein Restbetrag als Invaliditätsschutz. Bei der Pflegekostenpolice als Absicherung bei Berufsunfähigkeit erhalten die Versicherten einen Teil der Differenz zwischen gesetzlicher Leistung und den tatsächlichen Kosten erstattet oder bekommen einen Zuschlag zu den festgesetzten gesetzlichen Leistungen. Wie viel genau das ist, können sie je nach Vertragsgestaltung selbst festlegen.

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