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Berlin: Risiken und Nebenwirkungen bei der Anlagestrategie

Berlin : Risiken und Nebenwirkungen bei der Anlagestrategie

Die Liste möglicher Fehler bei der Geldanlage ist lang - und lässt sich ganz einfach umschiffen, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Wenn beispielsweise die Gier in die Anlagestrategie Einzug hält, stehen in 99 von 100 Fällen Probleme direkt vor der Tür. Denn Gier macht unvorsichtig, ebnet Betrügern den Weg und bringt Anleger meist finanziell in die Bredouille.

Gerade in Krisenzeiten sind Anleger anfällig für Angebote, die an die Gier appellieren: Hohe Zinsen ohne Risiko, Geldanlagen mit hohen Steuervorteilen, Renditeversprechen ohne fundierte Angaben. Dabei gilt grundsätzlich: Anleger sollten sich immer die Realität vor Augen halten. Hohe Renditen über dem Marktniveau bergen immer und ohne Ausnahme das Risiko, viel und vielleicht sogar sein ganzes Geld zu verlieren. Niemand hat etwas zu verschenken. Und wer 10 Prozent Rendite verspricht, muss selbst mindestens 10 Prozent Rendite erwirtschaften - vorsichtige Anleger fragen sich, ob das möglich sein kann.

Die Börse hat im vergangenen Jahr nur wenigen Spaß gemacht. Fast alle Anleger haben teilweise dramatische Verluste hinnehmen müssen, weil sie nicht rechtzeitig ausgestiegen sind. Aber genau dieser Halbsatz ist entscheidend: „ ... weil sie nicht rechtzeitig ausgestiegen sind”. Eine Börsenbaisse ist keine Naturgewalt. Wer sein Geld mit Aktien, Fonds oder Zertifikaten vermehren will (und zumindest ein Teil des Geldes sollte wegen der Rendite immer in Aktien angelegt sein), der kann sich nicht darauf verlassen, dass sich das Geld von alleine vermehrt. Man muss seine Geldanlagen im Auge behalten, wenn man erfolgreich sein will und man muss selbst bestimmen, wann man aussteigen will. In der Hausse genauso wie in der Krise.

Vorsichtige Anleger arbeiten mit sogenannten Stop-Marken. Ein Beispiel: Aktie A wandert für 50 Euro ins Depot und man wäre bereit, maximal 20 Prozent Verlust hinzunehmen. Dann muss bei 40 Euro und ein paar Cent eine Verkaufsorder ausgelöst werden - völlig unabhängig davon, ob man nun gerade im Urlaub ist oder auf Dienstreise. Börsen kennen keine Ausreden. Diese Stop-Marken („stop loss”) kann man jederzeit festlegen - und auch nachziehen, wie die Profis das nennen. Wenn die Aktie im Beispiel oben bei 60 Euro angekommen ist und man (bezogen auf den Einstiegspreis) mindestens 10 Prozent Gewinn machen will, dann legt man das Limit bei etwas mehr als 55 Euro fest. Diese Aktie kann dann keinen Verlust mehr machen, weil sie auf jeden Fall bei 55 Euro und damit mit 10 Prozent Gewinn verkauft wird.

Die ständige (und weit verbreitete) Aufschieberei von Geld-Dingen rächt sich fast immer. Geldanlagen werden nicht besser, weil man keine Lust hat, sich um sie zu kümmern. Mit Geld-Angelegenheiten ist es wie in anderen Lebensbereichen: Man gewinnt nichts, wenn man wartet - ganz im Gegenteil: Man kann nur verlieren. Und wenn man sich nicht um sein Geld kümmert, macht es, was es will - oder noch schlimmer: Es macht, was der Bankberater oder ein anderer Verkäufer will - und das bedeutet in aller Regel: Es verschwindet in den Taschen anderer.

Natürlich ist es gut, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen. Aber was viele vergessen: Um einen Euro Steuern zu sparen, müssen selbst Top-Verdiener zwei Euro ausgeben. Und je weniger man verdient, umso teurer wird die Steuerersparnis. Mit anderen Worten: Steuern zu sparen kostet Geld, denn nur anerkannte Ausgaben mindern Steuern. Das sollte man sich bei allen Steuersparmodellen immer vor Augen halten - und zwar, bevor man investiert oder einen Vertrag unterschreibt. Und man sollte sich immer fragen: Würde ich das Geld auch ausgeben, wenn es mir nicht helfen würde, Steuern zu sparen. Ist die Antwort nein, muss die Entscheidung besonders kritisch überprüft werden.