Berlin: Rechtstipp: Unfallumstände für Tarif des Mietwagen wichtig

Berlin: Rechtstipp: Unfallumstände für Tarif des Mietwagen wichtig

Nach einem Verkehrsunfall kann der Geschädigte einen Wagen auch zu gegenüber dem Normaltarif erhöhten Kosten mieten, wenn ihm aufgrund der Umstände keine Alternative zur Verfügung steht.

Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Hof weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin hin.

In dem konkreten Fall verursachte spät am Abend eine Autofahrerin einen Unfall, bei dem ein parkendes Fahrzeug einen Totalschaden erlitt.

Die Tochter der Besitzerin des Wagens war gezwungen, noch in derselben Nacht einen Pkw bei der Abschleppfirma zu mieten, da sie am nächsten Morgen mit dem Auto zu einem beruflich verpflichtenden Seminar in eine andere Stadt fahren musste und anschließend zu ihrem Heimatort weiter reisen wollte.

Da sie den Wagen in der Nacht mietete, hatte sie den gegenüber dem regulären Tarif höheren Unfallersatztarif zu zahlen. Von den in zwei Wochen Leihdauer entstandenen Mietwagenkosten in Höhe von rund 2000 Euro zahlte die Versicherung der Unfallverursacherin der Betroffenen jedoch nur rund 1000 Euro. Die Automieterin klagte daraufhin auf Zahlung des restlichen Betrags und bekam Recht.

Ein Geschädigter sei grundsätzlich dazu verpflichtet, die Kosten für die Beseitigung des Schadens so zu gestalten, wie es ein wirtschaftlich vernünftig denkender Mensch täte, erklärten die Richter. Dies sei der Fall gewesen. Die Umstände hätten es gerechtfertigt, dass die Frau den Mietwagen zu einem erhöhten Tarif anmietete. Nach Auffassung des Gerichts könnte unter Umständen bei einer sehr langen Mietdauer die Pflicht entstehen, Vergleichsangebote einzuholen. Bei einer Mietdauer von 14 Tagen gelte das jedoch nicht. (AZ: 14 C 1695/05)

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