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Düsseldorf: Neues Kreditangebot für Kreative in NRW: Keine Sicherheiten nötig

Düsseldorf : Neues Kreditangebot für Kreative in NRW: Keine Sicherheiten nötig

Für Jungunternehmer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft gibt es in Nordrhein-Westfalen ab Oktober einen neuen Topf für kleine Kredite mit relativ kurzer Laufzeit. Der „NRW.Kreativkredit” richte sich an Gewerbetreibende und Freiberufler, berichtete Michael Stölting vom Vorstand der NRW.Bank am Montag in Düsseldorf.

Die Kreativwirtschaft habe als zweitgrößter Arbeitgeber des Landes große Bedeutung für NRW, sagte Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD). Bislang seien aber viele in der Branche bei der Suche nach Geldgebern an mangelnden Sicherheiten und fehlenden Angeboten gescheitert.

Der Kredit wird direkt, ohne Einbindung einer Hausbank, von der landeseigenen NRW.Bank vergeben. Damit können entweder Aufträge oder Projekte vorfinanziert werden. Anträge können gestellt werden für die Bereiche Architektur, Kunst, Buch, Film, Design, Musik, Presse, Software oder Werbung. Die Darlehensbeträge liegen zwischen 5000 und 25 000 Euro. Der Zinssatz beträgt für die gesamte Laufzeit 6,9 Prozent.

Im Durchschnitt benötigten Kreativschaffende nur 7000 Euro, sagte Duin. Die bisherigen, oft an sechsstelligen Summen orientierten Förderprogramme seien am Bedarf dieser Gruppe vorbei gegangen. Die Vorfinanzierung mit der relativ kleinen Summe sei aber häufig entscheidend, um einen Auftrag nicht zu verlieren.

„Es sind keine Sicherheiten nötig”, sagte Stölting. Das Angebot richte sich aber nicht an Gründer. Sie können sich um Mikrokredite in anderen Förderprogrammen bewerben.

Das Geld für den „NRW.Kreativkredit” stamme aus zurückgeflossenen Fördermitteln, berichtete der Banker. Er gehe davon aus, dass mit etwa einer Million Euro im Jahr 100 Zusagen gegeben werden könnten. Nach eineinhalb Jahren Pilotphase soll entschieden werden, ob das Programm fortgesetzt wird.

Die Kreativwirtschaft ist nach Angaben des Wirtschaftsministers mit über 315.000 Jobs in NRW zweitgrößter Arbeitgeber hinter dem Einzelhandel mit rund 700.000 Arbeitsplätzen. Mit über 36 Milliarden Euro weist die Branche einen höheren Jahresumsatz aus als die Chemie.

(dpa)