Berlin: Mittlere Wattzahl: Ein guter Staubsauger ist kein Energiesauger mehr

Berlin: Mittlere Wattzahl: Ein guter Staubsauger ist kein Energiesauger mehr

Die Themen Energiesparen und Umweltschonen sind nun auch auf dem Parkett und Teppichboden angekommen. „Nachdem die Hersteller von Staubsaugern in den vergangenen Jahren mit immer höheren Wattzahlen auftrumpften, setzen die Anbieter nun verstärkt auf Typenbezeichnungen wie Öko und Eco”, sagt Brigitte Kluth-Kosnik, Expertin für Haushalt und Umwelt bei der Stiftung Warentest in Berlin.

„Und das bedeutet in erster Linie. Runter mit der Wattzahl.” Statt mitunter maßlos übertriebener Leistungszahlen finden sich in den Modellbezeichnungen nun auch Hinweise auf ein leises Betriebsgeräusch und eine gute Filterwirkung. Dass mehr Watt nicht automatisch mehr Saugleistung bedeutet, beweist auch der aktuelle Staubsauger-Test, bei dem die Mitarbeiter der Verbraucherorganisation elf Geräte geprüft haben.

„Eine vernünftige Reinigungswirkung hängt auch davon ab, ob das passende Zubehör verwendet wird”, sagt Brigitte Kluth-Kosnik. Standardausstattung bei Staubsaugern sei die Kombi-Bodendüse für Teppich- und Hartböden. Die glatte Sohle gleitet gut auf dem Teppichflor, per Fußschalter kann an der Düse ein Bürstenkranz ausgefahren werden, der Kratzr beim Saugen von Parkett vermeidet.

„Schwächen zeigen die meisten Bodendüsen beim Saugen in Ecken und Kanten”, sagt Warentesterin Kluth-Kosnik. „Hier hilft eine abgeflachte Fugendüse weiter, die zusammen mit einer Polsterdüse auf keinen Fall fehlen sollte.” Bei den meisten Staubsaugern kann das Zubehör unter einer Klappe im Gehäuse verstaut werden, bei einigen Fabrikaten wird es am Saugrohr angeklemmt. Dadurch könne aber das Saugen unter flachen Möbeln erschwert werden. Praktisch und bequem dagegen sei die Idee eines Herstellers, den Ein-Aus-Schalter und die Saugkraftregulierung am Griff des Saugrohrs statt unten am Gerät anzubringen.

Während preiswerte Staubsauger um 100 Euro oder billiger auf Hartboden in der Regel eine ordentliche Saugleistung bieten, sind sie auf Teppichboden meist nicht mehr als gut zu bewerten. „Hier präsentieren sich die teureren Geräte in einer besseren Form”, sagt die Fachfrau. Nicht zu knauserig sollte man beim Kauf auch sein, wenn man gesteigerten Wert auf gesunde Luft legt. „Unter den preiswerten Staubsaugern konnten nur wenige gut überzeugen”, beschreibt Kluth-Kosnik. „Die Mehrzahl bläst zu viel Staub in den Raum zurück, und mitunter machen auch die Motoren zu früh schlapp.”

Ein gutes Gerät sollte nach ihren Worten kräftig den Schmutz aufsaugen und ihn dann vollständig im Staubbeutel behalten. Auch kleine Partikel darf er mit dem Abluftstrom nicht wieder in den Raum pusten. Daher sind die meisten Modelle mit einem hochwirksamen Hepa-Filter ausgestattet oder bieten diesen als Sonderzubehör an.

„Der nächste sensible Moment ist gekommen, wenn der Staubbeutel gewechselt werden muss”, warnt die Expertin. Nicht nur Hausstauballergiker sind dankbar, wenn das weitgehend staubfrei geschieht. Daher sei es sinnvoll, mit einem Staubsauger zu arbeiten, dessen Beutel sich vor dem Herausnehmen aus dem Gehäuse mit einem Schieber verschließen lassen.

Eine ziemlich schmutzige Angelegenheit sei es indes, bei einigen beutellosen Fabrikaten die stattdessen vorhandene Staubbox zu entleeren. Ein klarer Vorteil besteht bei diesen Geräten allerdings darin, dass die laufenden Kosten für Staubbeutel entfallen. Diese können bei den Staubsaugern mit herkömmlicher Beutel-Technik durchaus variieren und liegen etwa zwischen zwei und drei Euro pro Staubsaugerbeutel.

Eine komfortable Handhabung ist laut Brigitte Kluth-Kosnik ein weiteres Qualitätskriterium für Staubsauger. Dazu gehören neben der Größe der Beutel, welche zwischen 1,7 und 2,8 Litern liegen kann und maßgeblich die Häufigkeit des Auswechselns bestimmt, auch das Fahrwerk, die Länge des Saugrohrs und des Kabels. So haben die meisten Geräte große, nicht lenkbare Hinterräder.

Einige Fabrikate verfügen stattdessen über drei oder vier kleine Lenkrollen an der Unterseite des Gehäuses. „Egal ob Räder oder Rollen: Der Staubsauger sollte jeder Richtungsänderung folgen, ohne umzukippen”, sagt die Fachfrau und rät: „Probieren Sie vor dem Kauf im Geschäft aus, welche Rädervariante Ihnen beim Manövrieren angenehmer ist.” Auch sind die Teleskop-Saugrohre der Geräte zur Anpassung an die Körpergröße unterschiedlich weit ausziehbar. Große Benutzer benötigen für die optimale Haltung beim Saugen ein Saugrohr von mehr als einem Meter Länge, was von einigen Herstellern mit Abstand nicht erreicht wird.

Erhebliche Unterschiede haben die Warentester auch beim maximalen Aktionsradius der getesteten Modelle festgestellt. Der ergibt sich aus der Länge von Saugrohr und Schlauch sowie dem ausgezogenen Netzkabel und variiert bei den getesteten Geräten zwischen 8,5 und 12,6 Metern. Hilfreich ist es auch, wenn der Staubsauger während einer Arbeitspause in eine Parkposition gebracht werden kann. Dabei werden Saugrohr und Bodendüse in einer Nut am Gehäuse abgestellt, ohne dass der Staubsauger hochkant gestellt werden muss.