Biallos Ratgeber: Mit Risikolebensversicherung finanzieller Not der Familie vorbeugen

Biallos Ratgeber: Mit Risikolebensversicherung finanzieller Not der Familie vorbeugen

Stirbt ein Mensch in jungen Jahren und hinterlässt eine Familie, so ist das nicht nur menschlich eine Katastrophe. Hinzu können auch finanzielle Probleme kommen. Mit einer Risikolebensversicherung sorgen Familien vor.

Sie zahlt eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus, wenn der Versicherte verstirbt. „Ein solcher Schutz ist sinnvoll für Häuslebauer, Familien mit nur einem Hauptverdiener oder für alle, für die der Tod des Hauptverdieners existenzielle Folgen hat“, sagt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Versicherungssumme: Wichtig ist eine ausreichend hohe Versicherungssumme. Als Faustregel gilt: Wer noch kleine Kinder hat, sollte das Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wer nur für den Partner vorsorgt, das Dreifache. „Vorhandene Verbindlichkeiten sollten jedoch mindestens abgedeckt werden“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Die Versicherungssumme sollte also ausreichen, um einen laufenden Immobilienkredit zu tilgen.

Laufzeit: „Grundsätzlich sollte eine Risikolebensversicherung immer für den voraussichtlichen Bedarfszeitraum abgeschlossen werden“, sagt Michael Franke vom Analysehaus Franke und Bornberg. So sollte die Vertragslaufzeit mindestens die Ausbildungszeit der Kinder oder den Finanzierungszeitraum einer Immobilie überdauern. Die Absicherung des Ehe- oder Lebenspartners kalkuliert man in der Regel bis zum Alter von 65 oder 67 Jahren. Empfehlenswert sind Risikolebensversicherungen mit der Klausel „Verlängerungsoption“. Solche Verträge bieten beispielsweise die Hannoversche, Canada Life oder Cosmos Direkt an. Die Klausel ermöglicht es, den Vertrag bis zu einer gewissen Zeit vor Ablauf ohne erneute Gesundheitsprüfung zu verlängern.

Gleichbleibende oder fallende Versicherungssumme: Am weitesten verbreitet sind Risikolebensversicherungen mit gleichbleibender Versicherungssumme. Hierbei erhalten die Hinterbliebenen immer die identische Summe, unabhängig davon, ob der Versicherte am Anfang oder am Ende der Vertragslaufzeit verstirbt. Soll jedoch vorrangig ein größeres Darlehen abgesichert werden, bietet sich eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme an. Bei diesem Modell gleicht sich die Versicherungssumme automatisch an die Höhe der Restschuld an. Vorteil: Der Versicherungsnehmer muss sich um nichts kümmern. Zudem ist diese Variante günstiger als die Risikolebensversicherung mit konstanter Versicherungssumme.

Kostenbeispiel: Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter, Nichtraucher, nimmt einen Kredit in Höhe von 200.000 Euro auf und will diesen in 30 Jahren tilgen. Bei der Europa (E-VRL), Hannoverschen (T3 fallend) oder der Dialog (RISK-vario) zahlt er für die Risikolebensversicherung mit fallender linearer Variante im ersten Versicherungsjahr nur rund sechs Euro im Monat. Würde er die konstante Variante wählen, beträgt die Monatsprämie bei den günstigsten Anbietern rund 13 Euro.

Tipp: Einige Versicherer bieten in Zusammenhang mit einem Baudarlehen spezielle Policen mit vereinfachten Gesundheitsfragen an. Oft werden statt der üblichen 25 nur fünf Fragen gestellt (etwa bei Hannoversche, Gothaer, Allianz).

Auf jeden Fall sollte man vor Vertragsabschluss die Angebote vergleichen: Die Preise unterscheiden sich um bis zu 400 Prozent.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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