Biallos Ratgeber: Mit Babybauch in der Selbstständigkeit

Biallos Ratgeber : Mit Babybauch in der Selbstständigkeit

Schwanger sein ist ein Abenteuer. Selbstständig sein auch. Schwanger und selbstständig, ist eine Herausforderung. Wer rechtzeitig plant und seine Ansprüche kennt, wird Kind und Job einfacher gerecht und finanziell über die Runden kommen.

Mutterschutz: Für Arbeitnehmerinnen regelt das Mutterschutzgesetz, bis wann, wie lange, unter welchen Bedingungen und ab wann sie wieder arbeiten dürfen. Für Unternehmerinnen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Ihre Vorgabe ist das Körpergefühl, ihr Mutterinstinkt und der gesunde Menschenverstand. Die Mutterschutzregeln können als Orientierung gelten.

Mutterschaftsgeld: Das Mutterschaftsgeld ist eine finanzielle Ersatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Es wird an erwerbstätige Frauen, die während der Mutterschutzfrist keiner Beschäftigung nachgehen, als Entgeltersatz gezahlt. Selbstständige, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschaftsgeld erhalten. Voraussetzung für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige: Sie haben einen Krankengeldanspruch mitversichert.

Private Krankenversicherung: Viele Selbstständige sind privat krankenversichert. Jedoch: „Die private Krankenversicherung zahlt kein Mutterschaftsgeld wie die gesetzliche Krankenversicherung“, sagt Versicherungsexperte Oliver Mest. „Selbstständige erhalten aber vom Bundesversicherungsamt auf Antrag ein Mutterschaftsgeld von einmalig 210 Euro.“ Mest empfiehlt, einen Vertrag zu wählen, den die Versicherungsnehmerin während der Elternzeit beitragsfrei stellen kann. „Ansonsten können die Beiträge ohne oder mit einem geringeren Einkommen zu einer echten Belastung werden“, gibt er zu bedenken. Der Verdienstausfall während der Mutterschutzfristen gilt seit 2017 als Versicherungsfall. Das bedeutet, dass die Versicherung für diesen Zeitraum das vertraglich vereinbarte Krankentagegeld zahlt, sofern generell ein Krankentagegeld mit abgeschlossen wurde. Relevant ist, dass die Police mindestens acht Monate vorher abgeschlossen wurde.

Elterngeld: Eltern, die für ihr Baby oder Kind eine Auszeit vom Job nehmen, können Elterngeld oder Elterngeld Plus beantragen – auch Selbstständige und Freiberufler. Vater Staat zahlt einem Elternteil in Elternzeit über einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten einen Teil des Gehalts – oder bei Selbstständigen einen Prozentsatz eines fiktiven Nettoeinkommens. Alleinerziehende und Eltern, die die Elternzeit teilen, haben maximal 14 Monate Anrecht auf das Basiselterngeld. Mit dem Elterngeld Plus können Eltern ihren Elterngeldanspruch unter bestimmten Bedingungen verlängern. Sie erhalten maximal doppelt so lange einen niedrigeren Elterngeld-Satz.

Kindergeld: Kindergeld erhalten einkommensunabhängig alle Eltern, die in Deutschland leben und Steuern zahlen. Für das erste und zweite Kind sind es jeweils 204 Euro pro Monat, für das dritte 210 Euro und jedes weitere 235 Euro.

Kinderbetreuung: Einige Selbstständige haben ihr Baby mit im Betrieb. „Umwelteinflüssen ist ein Neugeborenes auch zu Hause ausgesetzt, daher spricht nicht generell etwas dagegen, ein Kind ins Büro mitzunehmen“, sagt Hebamme Rike Herkel. „Im Großraumbüro ohne Rückzugsmöglichkeit und im Druckerraum mit erhöhter Feinstaubbelastung ist ein Baby aber nicht gut aufhoben.“ Bei Zeitdruck oder Stress ist die Belastung für Mutter und Kind enorm. Eine Bindungsperson, die unterstützt, ist wichtig. Doch Kinderbetreuung kostet natürlich. Einen Teil des Geldes können sich Eltern zurückholen, wenn sie die Betreuungskosten steuerlich geltend machen. Wichtig ist, dass Rechnung und Überweisung vorliegen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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