Koblenz: Lebensversicherung muss Daten zu Begünstigten nicht prüfen

Koblenz: Lebensversicherung muss Daten zu Begünstigten nicht prüfen

Lebensversicherungen müssen nicht überprüfen, ob Angaben zu den begünstigten Personen gefälscht wurden.

Darauf weist die Fachzeitschrift „OLG-Report” unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz hin. Eine Ausnahme ist, wenn die Versicherung Anhaltspunkte dafür hat, dass die Daten nicht stimmen (Az.: 10 U 229/07). Die Richter wiesen damit die Klage der Schwester einer Verstorbenen ab, die die Schwester allein zur Begünstigten ihrer Lebensversicherung im Falle ihres Todes eingesetzt hatte.

Kurz vor dem Tod der Schwester erhielt die Versicherung ein angeblich von der Verstorbenen unterschriebenes Schreiben. Darin stand, dass die spätere Klägerin nur noch 25 Prozent der Versicherungssumme erhalten sollte. Die Klägerin behauptete, die Versicherung hätte die Summe nicht auszahlen dürfen, weil das Schreiben gefälscht sei.

Das Gericht ließ offen, ob dieser Vorwurf berechtigt ist. Eine Klage gegen die Versicherung könne damit jedenfalls nicht begründet werden. Es habe keine offensichtlichen Anhaltspunkte für eine Fälschung gegeben. Daher sei die Versicherung berechtigt gewesen, die Summe entsprechend dem Schreiben aufzuteilen.

Mehr von Aachener Nachrichten