Biallos Ratgeber: Immobilien zu tauschen kommt in Mode

Biallos Ratgeber : Immobilien zu tauschen kommt in Mode

Die einen leben in zu groß gewordenen Häusern mit verwaisten Kinderzimmern, die anderen in Eigentumswohnungen, die für den Familienzuwachs zu klein geworden sind. Die einen streben ins Grüne, die anderen zurück ins Zentrum, wo man ohne Auto Geschäfte, Ärzte und Veranstaltungen erreichen kann – was ist da naheliegender, als die beiden für einen Tausch ihrer Immobilien zusammenzubringen?

Deutschlandweit beobachtet Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse, dass sich vermehrt die 50- bis 65-Jährigen von ihren Häusern trennen wollen.

Wie funktioniert der Immobilientausch? Wer eine Immobilie veräußern und eine neue kaufen möchte, steht vor einem Dilemma. Bei der angespannten Lage auf dem Markt ist es sehr viel wahrscheinlicher, schnell einen Käufer als das Wunschobjekt zu finden. Deshalb warten viele Eigenheim-Besitzer mit der Inserierung ihrer Immobilie so lange, bis sie den passenden Ersatz gefunden haben – ein Teufelskreis, den der Immobilientausch durchbrechen kann. Dabei hinterlegen die Teilnehmer bei einem Makler sowohl ein Profil ihrer zu verkaufenden Immobilie als auch des Wunschobjekts. Egal ob in einem geschlossenen Pool oder auch öffentlich zum Beispiel in der Immobilientauschbörse von Aigner Immobilen inseriert – diese Immobilien gibt es nur als Tauschgeschäft. Wurden geeignete Kandidaten gefunden, erhalten sie ausführliche Exposés der Objekte und bei gegenseitigem Interesse Besichtigungstermine.

Tausch gilt als Kauf: Kommt ein Tausch zustande, handelt es sich natürlich tatsächlich um zwei Immobilienkäufe, für die auf den realen Kaufpreis Grunderwerbsteuer, Notarkosten und die Maklerprovision von etwa 3,5 Prozent fällig werden – auch wenn tatsächlich der Wert der Immobilien miteinander verrechnet und nur die Differenz zur teureren ausgezahlt wird. Das hat für Senioren und junge Familien mit wenig Eigenkapital den Vorteil, keine großen Summen finanzieren zu müssen. Außer mit Maklern können Tauschwillige auch über Kleinanzeigen oder die Internetplattform immobilientausch.at nach geeigneten Partnern suchen.

Modell für Mieter: Doch nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern auch viele Mieter leben in nicht mehr zu ihnen passenden Wohnverhältnissen. Vor allem ältere Menschen bleiben oft in ihren großen, einst für die Familie angemieteten Wohnungen, weil sie an der gewohnten Umgebung hängen, günstige Mieten zahlen und kleinere Wohnungen nicht zur Verfügung stehen – während junge Eltern verzweifelt nach etwas Größerem suchen. Auch hier könnte der Wohnungstausch zur Entlastung auf dem überhitzten Mietwohnungsmarkt beitragen. Viele Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften fördern das Modell über ihre Hausverwaltungen. Doch auch per Kleinanzeige oder über das Portal wohnungstausch.com lassen sich möglicherweise passende Tauschpartner finden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vermieter der Nachmietersuche zugestimmt hat. Haben sich passende Tauschpartner gefunden, geht dann alles seinen gewohnten Gang mit Kündigung, neuem Mietvertrag, Kaution und Übergabe.

Mehr Infos unter www.tauschwohnung.com.

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