Aachen: Hausbau: Eigenleistung spart Bares

Aachen: Hausbau: Eigenleistung spart Bares

Wenn es um das Eigenheim geht, legen viele Häuslebauer persönlich Hand an. Dieses Engagement zahlt sich aus, denn der Finanzierungsbedarf sinkt erheblich.

Bei Hausbau oder Modernisierung der eigenen vier Wände kann handwerkliches Geschick nicht schaden. Setzten Sie diese Fähigkeiten noch in die Tat um, können Sie viel Geld sparen. Gerade dort, wo hoher Arbeitseinsatz gefragt ist und die Materialkosten gering sind, können Heimwerker ihre Kosten nach unten schrauben. Wer seine Eigenleistung realistisch einschätzt und vernünftig plant, der kann die Baukosten und damit den Finanzierungsbedarf bei der Bank um bis zu zehn Prozent senken, sagt Steffen Zwer von der BHW Bausparkasse. Letzen Endes sind Einsparungen von Tausenden Euro möglich.

Sinkt dadurch der Darlehensbedarf von 200.000 auf 180.000 Euro, sparen sich Kreditnehmer bei einer 15-jährigen Zinsbindung, 2,99 Prozent Sollzins und einer Anfangstilgung von zwei Prozent so rund 7.500 Euro an Zinsen. Ebenso reduziert sich die Monatsrate: Die Kreditrate sinkt um 84 Euro, und zwar von 832 Euro auf 748 Euro. Immobilieninteressierte finden derzeit günstige Baudarlehen mit fünfzehnjähriger Laufzeit. So etwa bei der Commerzbank mit 2,83 Prozent Effektivzins, aber auch bei der ING-Diba und der Volksbank Rhein-Ruhr mit je 2,94 Prozent sowie bei der National Bank und der Allianz Baufinanzierung, deren Darlehen sich bei knapp über drei Prozent bewegen.

Eigenleistung vernünftig abschätzen

Männer gehen etwas mutiger an die Sache. 88 Prozent aller männlichen Bauherren trauen es sich zu, am Eigenheim selbst Hand anlegen zu können. Nur 82 Prozent der Frauen teilen diesen Optimismus. Die beliebtesten Eigenleistungen sind laut einer BHW-Umfrage Maler- und Tapezierarbeiten (83 Prozent), das Verlegen von Bodenbelägen (50 Prozent) und Wärmedämmungstätigkeiten im Innenbereich (35 Prozent). 17 Prozent der Befragten trauen sich Elektroarbeiten zu. 16 Prozent würden auch die Installation von Sanitäranlagen durchführen. Bei allem Elan ist bei diesen beiden Tätigkeiten Vorsicht geboten: Es droht die Gefahr, dass Bauherren Gewährleistungsansprüche verlieren könnten. Aus baurechtlichen Gründen gehören Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen sowie Gründungs-, Dachdecker- und Zimmererarbeiten in Profihand, rät Immobilienfachmann Zwer.

Den Profi zu Rate ziehen

Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht, sollten Eigenheimer professionelle Hilfe aufsuchen. Bei sämtlichen Vorarbeiten oder leichten Montier- und Malerarbeiten ist das natürlich nicht nötig. Sobald aber Arbeiten kniffliger werden und Fachwissen unumgänglich wird, ist der Anruf beim Profi unvermeidlich. Eine bewährte Methode: Eigenleistung unter Anleitung von Fachleuten umsetzen. Das ist zwar etwas kostspieliger, stellt aber die einwandfreie Ausführung sicher. Baubegleitung für Häuslebauer bieten zum Beispiel freie Ingenieurbüros, der Verein privater Bauherren, der Bauherren-Schutzbund, der TÜV oder die Dekra an. Der Bauherren-Schutzbund ist beispielsweise Mitglied im Bundesverband der Verbraucherzentralen. Einmalig werden dafür 52 Euro fällig, dazu kommen monatlich elf Euro. Da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, lassen sich die Kosten von der Steuer absetzen. Die konkrete Beratung schlägt mit gut 70 Euro pro Stunde zu Buche.

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