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Elmshorn: Gesetzliche Krankenversicherung jetzt optimieren

Elmshorn : Gesetzliche Krankenversicherung jetzt optimieren

Früher war der schnelle Wechsel der gesetzlichen Kasse ein beliebter Sport, denn so ließen sich im Jahr einige Hundert Euro sparen. Heute gibt es einen einheitlichen Beitragssatz, so dass der Wechsel nicht mehr lohnt, um den Beitrag zu drücken.

Allerdings ist das Leistungsspektrum der einzelnen Versicherer nicht identisch. Zwar gibt es Pflichtleistungen, die alle anbieten müssen. Aber es gibt eben auch freiwillige Mehrleistungen, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich sind.

Als Mehrleistungen sind die Angebote definiert, die die Kassen ihren Mitgliedern ohne weitere Zusatzkosten zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen anbieten können. Und das Spektrum ist groß: So bieten viele Krankenkassen zusätzliche Versorgungs- und Behandlungsangebote und übernehmen beispielsweise die Kosten für homöopathische Behandlungen beim Arzt oder für die Hautkrebsfrüherkennung.

Außerdem tragen viele Kassen die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung und sorgen für günstigeren Zahnersatz, wenn der Versicherte sich für spezielle Anbieter entscheidet. Außerdem werden Gesundheitskurse bezahlt und die Kosten für Reiseimpfungen getragen. Außerdem bieten fast alle Kassen Bonusprogramme an. Wer mit Präventivmaßnahmen etwas für seine Gesundheit tut, der bekommt Beitragserstattungen und/oder Prämien von seiner gesetzlichen Krankenversicherung.

Einheitsbeitrag kann aufgebrochen werden

Auch wenn der Beitragssatz der gesetzlichen Kassen als Einheitssatz ausgelegt ist, gibt es Prämienunterschiede. Der Grund: Wirtschaften die Kassen schlecht, dürfen sie ihr Minus auf die Versicherten abwälzen. Der Versicherte kann jedoch die Krankenkasse wechseln, wenn diese Zusatzbeiträge erhebt. Außerdem sollen vor allem Geringverdiener geschützt werden, indem es einen Sozialausgleich gibt, wenn die Kasse Zusatzbeiträge erhebt.

Das Problem: Es gibt einen Eigenanteil von zwei Prozent des Einkommens, für den Beiträge bezahlt werden müssen. Erst wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen über diesen zwei Prozent liegt, wird der Sozialausgleich fällig. Die gute Nachricht: Wirtschaften Kassen gut, dürfen sie ihre Mitglieder daran ebenfalls beteiligen und Prämien ausschütten.

Zusätzliche Leistungen einkaufen

Die Kassen dürfen kostenpflichtige Zusatzleistungen als sogenannte Wahltarife anbieten und treten damit in Konkurrenz zu den Krankenzusatzversicherungen. So gibt es Tarife mit einer hohen Selbstbeteiligung an den Krankheitskosten und Tarife, die eine Beitragsrückerstattung vorsehen, wenn die Versicherten ein ganzes Jahr lang außer Vorsorgeuntersuchungen keine Leistungen in Anspruch nehmen.

Daneben gibt es Tarife, die die Kosten für nicht erstattungspflichtige Arzneimittel oder für spezielle Angebote für chronisch Kranke, Schwangere oder auch psychisch Kranke tragen. Allerdings lohnt sich hier der Vergleich mit den Angeboten der privaten Zusatzversicherungen, die meist günstiger sind.