München: Gericht: Steuern sparen mit aufgeteilter Abfindungszahlung

München: Gericht: Steuern sparen mit aufgeteilter Abfindungszahlung

Bei einer betrieblichen Abfindung kann es sich steuerlich lohnen, den Betrag so aufzuteilen, dass ein Teilbetrag in einem Jahr und ein weiterer im darauffolgenden Jahr ausgezahlt wird.

Solche Verabredungen seien rechtlich nicht zu beanstanden, stellte der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil fest. Die einzelvertraglich getroffene Vereinbarung über die gesplittete Auszahlung sei auch dann möglich, wenn eine Betriebsvereinbarung nur eine Auszahlung des gesamten Betrages vorsieht (AZ: IX R 1/09).

Die Richter gaben damit der Klägerin aus dem Raum Freiburg recht. Nachdem ihr zum 14. November 2000 gekündigt worden war, wurde ihr eine Abfindung in Höhe von 75.000 Mark (38.347 Euro) zugesprochen. Sie und ihr Arbeitgeber einigten sich darauf, dass der steuerfreie Anteil der Abfindung in Höhe von 24.000 Mark (12.271 Euro) im November überwiesen wird. Der Rest sollte erst im Januar ausgezahlt werden, da sich dies für die Arbeitnehmerin günstig auf ihre Einkommenssteuer auswirkt.

Das Finanzamt akzeptierte die Aufsplittung der Abfindung nicht, da eine Betriebsvereinbarung die einmalige Auszahlung des Geldes vorsehe. Der BFH entschied dagegen, dass einzelvertragliche Regelungen nur dann bindend seien, wenn diese günstiger als Betriebsvereinbarungen sind.

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