Berlin: Geldanlage: Die fünf Regeln des Warren Buffet

Berlin: Geldanlage: Die fünf Regeln des Warren Buffet

Warren Buffett genießt Kult-Status unter Geldanlegern weltweit: Seine Strategie, sein Wissen und seine Intuition haben die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit gemacht.

Grundlage des Erfolgs beim Kauf und Verkauf der Beteiligungen waren fünf Regeln, die auch jeder Kleinaktionär beherzigen sollte.

Die erste Buffet-Regel lautet: Beim Investieren sollte man sich immer auf sein Wissen verlassen. Entscheidend sind die „nackten Fakten”. Bei Fonds und Zertifikaten ist die Website der herausgebenden Bank eine große Hilfe, denn dort findet sich umfangreiches Material. So können Anleger sehen, welche Strategie der Fonds verfolgt, wie das Zertifikat funktioniert und ob es zu den eigenen Vorstellungen passt. Bei Aktien hilft immer ein Blick auf die Website des Unternehmens in den Bereich „Investor Relations”. Dort kann man viel über die Chancen und Pläne des Unternehmens lesen - und damit auch über die Chancen der Aktie.

Ein zweiter Punkt, an dem Buffet gebetsmühlenartig festhält: Er empfiehlt, eine Aktie immer dann zu kaufen, wenn sich die breite Masse nicht dafür interessiert. Sein Credo: Man kann nicht etwas kaufen, was beliebt ist, und Erfolg damit haben, denn mit einer Mehrheitsmeinung verliert man an der Börse. Tatsächlich braucht man nur auf die goldenen Zeiten der Telekom zu schauen. Als die Hysterie um Telekom-Titel auf dem Höhepunkt war und wirklich jeder Anleger die „Volks-Aktie” kaufen wollte, war mit dem Titel kein Geld mehr zu verdienen.

Ein weiterer Kernpunkt seiner Strategie ist der lange Atem, den Anleger mitbringen sollten, denn nach Buffet sollte man eine Aktie, die man nicht zehn Jahre zu halten bereit ist, nicht einmal zehn Minuten behalten. Hintergrund dieser Regel ist, dass ein Investment nur dann infrage kommen sollte, wenn man langfristig von dessen Perspektiven überzeugt ist.

Eine weitere Überzeugung von Warren Buffett: „Konzentrieren Sie Ihre Investments, denn wenn Sie über einen Harem mit 40 Frauen verfügen, lernen Sie auch keine richtig kennen.” Tatsache ist jedoch: Nur auf ein oder zwei Titel zu setzen, ist gefährlich. Denn Irren ist menschlich, und wer sich bei diesen ein oder zwei Investments irrt, riskiert viel. Ideal ist deshalb der Arche-Noah-Ansatz von Warren Buffett: Das Depot sollte niemals einem bunt gemischten (und vielleicht nicht einmal aufeinander abgestimmten) Zoo ähnlich sein, sondern aus Anlagen bestehen, die sich ergänzen und das Risiko so gut wie möglich minimieren.

Entscheidend an der Buffetschen Philosophie ist der Ansatz des „Verstehenmüssens”: Dahinter steckt die Aufforderung, nur in Firmen, Fonds, Zertifikate und andere Wertpapiere zu investieren, wenn man das Investment auch wirklich versteht. Das heißt bei Aktien: Was produziert die Firma? Womit verdient sie ihr Geld? Welche Chancen kann die Zukunft bringen?

Bei Fonds und Zertifikaten kommt es darauf an, ob man lediglich in eine Wundertüte investiert und hofft, dass am Ende ein Plus rausspringt, oder ob man detailliert weiß, auf was man sich einlässt. Denn nur wenn keine Fragen offenbleiben, ist man überhaupt in der Lage, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Und ohne diese Beurteilung würde ein Investment kaum Sinn machen.

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