Biallos Ratgeber: Früh die Wohnung fit fürs Alter machen

Biallos Ratgeber: Früh die Wohnung fit fürs Alter machen

Stufen, Schwellen, enge Duschen und schwer erreichbare Steckdosen und Lichtschalter: Die wenigsten Immobilien sind für das Leben im Alter ausgestattet. Für den Umbau gibt es aber vielfältige staatliche Förderung.

Nach zwei Knieoperationen fällt es Gerda Schüller (Name von der Redaktion geändert) immer schwerer, über die steile Treppe zum Schlafzimmer im ersten Stock  zu gelangen. Die Angst zu stürzen ist stets präsent. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihr geliebtes Zuhause aufzugeben. So kann es jedem gehen. Auch Krankheiten wie Arthrose oder Schwindel können harmlose Barrieren in gefährliche Stolperfallen verwandeln.

Was bedeutet „altersgerecht“? Möglichst lange selbstständig zu Hause leben, das wünschen sich die meisten Deutschen. Damit das klappt, sollte man rechtzeitig die eigenen vier Wände kritisch begutachten.

Es lohnt sich, bei Kauf oder Renovierung schon in jungen Jahren auf ein altersgerechtes Umfeld zu achten. Im Wesentlichen bedeutet das: Wo immer möglich, Stufen und Schwellen vermeiden – zum Beispiel an Wohnungs- und Terrassentüren –, großzügige, ebenerdige Duschkabinen, leicht erreichbare Steckdosen und Lichtschalter, rutschfeste Bodenbeläge vor allem auf Treppen, automatische Rollos, gute Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern.

Neben einem möglichst barrierefreien, komfortablen Umfeld bedeutet „altersgerecht“ aber auch ein gegen Einbruch geschütztes Zuhause mit speziell gesicherten Türen, Fenstern und Kellerschächten und einem per Türspion oder Videokamera einsehbaren Eingangsbereich.

So unterstützt der Staat den altersgerechten Umbau: Egal ob als Eigentümer, Käufer oder Mieter – wer sein derzeitiges oder künftiges Zuhause altersgerecht umbauen möchte, erhält staatliche Unterstützung in Form eines zinsgünstigen Kredits oder eines Zuschusses. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Beide Förderprogramme laufen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank). Für Kredite bis maximal 50.000 Euro je Objekt muss man sich zunächst an seine Hausbank oder Versicherung wenden.

Der Effektivzins liegt aktuell bei 0,75 bis 0,85 Prozent. Zuschüsse beantragt man dagegen direkt online im KfW-Zuschussportal. Für den Abbau von Barrieren und andere Erleichterungen im Alltag gibt es zehn Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 5000 Euro. Für Maßnahmen zum Einbruchschutz zahlt die KfW-Bank einen Zuschuss von maximal 1600 Euro. Wer seine Immobilie auf den „Standard Altersgerechtes Haus“ bringt, erhält 12,5 Prozent der förderfähigen Investition, maximal 6250 Euro.

Nimmt man beim Renovieren gleich noch die Energieeffizienz in den Blick und tauscht zum Beispiel undichte Fenster durch Fenster mit Einbruchschutz und hohem Dämmwert aus, kann man zusätzlich Fördermittel aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen. In jedem Fall müssen Kredite oder Zuschüsse beantragt werden, bevor es mit Auftragsvergabe und Umbau losgeht.

Zusätzlich Landesfördermittel nutzen: Auch die Landesregierungen stellen Fördertöpfe zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen fördert die NRW.BANK im Programm „Gebäudesanierung“ den altersgerechten Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum mit zinsgünstigen Krediten von bis zu 75.000 Euro. Den Antrag dafür stellt man bei der Hausbank.

Pflegekasse: Liegt bereits eine Beeinträchtigung vor, fördern die Pflegekassen Umbau-Maßnahmen mit bis zu 4000 Euro. Nach einem Arbeitsunfall oder bei beruflich bedingter Krankheit gibt es Geld für notwendige Umbauten von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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