Hamburg/München: Ferienbeginn: Tanken im Ausland meist günstiger

Hamburg/München: Ferienbeginn: Tanken im Ausland meist günstiger

Am günstigsten lässt sich demnach in Luxemburg, Kroatien und Polen tanken. Aber auch in Österreich und Spanien lohnt sich ein Tankstopp, wie eine Auswertung des ADAC für die wichtigsten Urlaubsländer ergab.

Pünktlich zum Ferienbeginn in den ersten Bundesländern befürchten die Verkehrsclubs wieder steigende Preise an den Zapfsäulen. „Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gehen wir davon aus, dass die Preise nicht sinken, sondern passend zur Reisewelle anziehen. Das ist der typische Ferieneffekt”, sagte der Sprecher des Auto Club Europa (ACE), Rainer Hillgärtner, am Mittwoch.

Autofahrern, die ihre Reisekasse schonen wollen, rät der ADAC auf dem Weg in den Urlaub im Ausland zu tanken. Dort sei der Sprit oftmals billiger als in Deutschland.

In Deutschland liegt der Preis für einen Liter Super demnach derzeit bei durchschnittlich 1,35 Euro, für Diesel bei rund 1,12 Euro.

Reisende, die sich in Richtung Italien aufmachen, sollten laut ADAC am besten Zapfsäulen in Österreich ansteuern. Ein Liter Super ist in der Alpenregion rund 30 Cent günstiger als hierzulande, Diesel mehr als 10 Cent. Wer seinen Urlaub in Spanien verbringt, sollte vor der Heimfahrt noch mal tanken, denn Spanien ist laut ADAC-Erhebung eines der günstigeren Autoreiseländer. Ein Liter Super kostet dort durchschnittlich 1,02 Euro, Diesel 0,96 Euro. Am tiefsten in die Tasche müssen Autofahrer in den Niederlanden greifen, wo sie für einen Liter Super 1,50 Euro und für Diesel 1,09 Euro zahlen müssen.

ACE-Sprecher Hillgärtner empfiehlt den Autofahrern, bereits in Deutschland auf die Spritpreise zu achten. So sollten Fahrer ihren Tank in Hochpreisphasen nicht komplett füllen und freie Tankstellen anfahren. „Die sind etwas günstiger als Markentankstellen, weil sie ihre Gewinne knapper kalkulieren”, erklärte Hillgärtner.

Die Spritpreise zu Beginn der Ferienzeit zu erhöhen, dazu gibt es laut ACE keinen Grund: „Wir sehen vielmehr reichlich Spielraum nach unten”, sagte Hillgärtner. „An vielen Tankstellen sind wir nur noch weniger als 30 Cent entfernt von den Höchstpreisen im Sommer des vergangenen Jahres, wo der Liter Super Plus rund 1,60 Euro kostete. Damals lag der Ölpreis aber bei rund 150 Dollar pro Barrel (159 Liter), heute bei weniger als 70 Dollar.” Damit sei offensichtlich, dass die Preise an den Zapfsäulen künstlich hoch gehalten werden, sagte Hillgärtner.

Die Mineralölwirtschaft erklärt dagegen, dass Veränderungsraten von Öl- und Benzinpreis nicht direkt vergleichbar seien. „Die Rohölpreise haben nur mittelbaren Einfluss auf die Benzinpreise”, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg.

Die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes in Berlin, Karin Retzlaff, erklärte, entscheidend für die Verbraucherpreise seien die Einkaufspreise für das Produkt Benzin. Außerdem würden die USA derzeit auf dem Weltmarkt massiv Öl einkaufen, weil dort die Raffineriekapazität - unter anderem durch Wartungsarbeiten - zu gering sei.

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