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München: Eingeklemmter Ischiasnerv keine Bezeichnung für Bandscheibenvorfall

München : Eingeklemmter Ischiasnerv keine Bezeichnung für Bandscheibenvorfall

Wer bei Abschluss eines Krankenversicherungsvertrages falsche Angaben zu den Vorerkrankungen macht, muss mit Kündigung des Vertrages rechnen und verliert den Versicherungsschutz. Dabei muss er auch auf die genaue Formulierung achten.

Die Bezeichnung „eingeklemmter Ischiasnerv” für einen Bandscheibenvorfall täuscht die Versicherung über Art und Schwere der Erkrankung. Das hat das Amtsgericht München (AZ: 281 C 9541/07) entschieden. In dem Fall hatte der Versicherte einen Bandscheibenvorfall erlitten, den aber beim Antrag für die Krankenversicherung als „eingeklemmten Ischiasnerv” beschrieben.

Als die Versicherung später davon erfuhr, kündigte sie den Vertrag und erstattete auch die im Zusammenhang mit dem Rückenleiden eingereichten Rechnungen nicht. Vor Gericht konnte die Versicherung ihre Kündigung bestätigen. Die Richter stellten sich auf die Seite der Versicherung, die eingewandt hatte, dass ein „eingeklemmter Ischiasnerv” etwas völlig anderes sei als ein Bandscheibenvorfall.

Der Mann habe gewusst, so die Richter, dass er einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte, und hätte diesen auch als solchen bezeichnen müssen. Es sei auch einem medizinischen Laien bewusst, dass ein eingeklemmter Ischiasnerv nicht gleichzusetzen sei mit einem Bandscheibenvorfall.