Biallos Ratgeber: Die ersten Schritte an der Börse

Biallos Ratgeber : Die ersten Schritte an der Börse

Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für den ersten Wertpapierkauf. Mit diesen Tipps für Einsteiger sollte der Gang an die Börse aber leichter ablaufen.

Investoren haben es heutzutage nicht leicht, das gilt besonders für Privatinvestoren, die sich erstmals an die Börse wagen. Die Währungskrise mit China, der wirtschaftliche Abschwung und Strafzölle rücken dieser Tage wieder in den Fokus der Medien. Doch wer neu ist, sollte sich auf ein paar Grundlagen konzentrieren und sich viel weniger mit den aktuellen Themen beschäftigen. Der Einstieg ist leichter als gedacht, und die Börse muss kein Schloss mit sieben Siegeln bleiben.

Investoren brauchen für ihr erstes Investment zunächst einmal ein Depot. Hier werden die Wertpapiere bei der Bank aufbewahrt. Waren dies früher papierhafte Dokumente, haben Investoren heute nur noch ein virtuelles Depot bei ihrer Hausbank oder einem Online-Broker.

Wer sein Depot eröffnet hat, steht nun vor der Frage: In welches Produkt soll ich investieren? Die wichtigsten Anlageklassen sind Aktien (Eigenkapital) und Anleihen (Schuldverschreibungen). Alle weiteren Finanzprodukte sind nur eine Variation oder Zusammenfassung dieser beiden Anlageklassen.

Fonds – risikoärmere Option

Ein Fonds etwa bietet ein Investment in mehrere Aktien oder Anleihen gleichzeitig an. Fonds haben den Vorteil der größeren Risikostreuung. Das heißt ganz einfach: Wer beispielsweise gleichzeitig in 25 Unternehmen über einen Fonds investiert, ist weniger von dem Erfolg eines einzelnen Unternehmens abhängig. Eine besondere Form von Fonds sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bilden einen Aktienindex nach, beispielsweise den Dax. Im Gegensatz zu anderen Fonds sucht hier kein Fondmanager eigenständig die Aktien aus. ETFs bieten sich besonders für Privatinvestoren an und zeichnen sich durch niedrige Gebühren aus.

Wer nun einen Fonds oder eine Aktie kaufen möchte, kann entweder den Namen oder die entsprechende Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise ISIN (International Securities Identification Number) in die Ordermaske der Bank eintragen. Die eindeutige und einmalige Nummer schützt vor Verwechslungen. Das System erkennt automatisch das Wertpapier und zeigt den aktuellen Kurs an.

Zudem können Investoren Details zum Kauf festlegen. So können sie beispielsweise ein Limit bestimmen, wie hoch der Kurs maximal sein darf. Könnte die Bank den Kauf nur zu einem höheren Kurs ausführen, käme es in diesem Fall nicht zur Ausführung. Die zusätzlichen Angaben sind zwar nicht notwendig, bewahren Investoren aber manchmal vor bösen Überraschungen.

Für Einsteiger oft am sinnvollsten – ein ETF-Sparplan: Dabei muss die Investition gar nicht einmalig bleiben. Für viele Sparer ist es sinnvoller, jeden Monat einen kleinen Betrag zu sparen. „Es lohnt sich, mit kleinen Schritten anzufangen und dranzubleiben. So lässt sich ein Fondssparplan bereits ab 25 Euro im Monat abschließen. Wer jeden Monat 25 Euro in einen globalen Aktienfonds mit einer erwarteten jährlichen Rendite von fünf Prozent investiert, kann sich nach 20 Jahren über mehr als 10.000 Euro freuen“,  erklärt Claudia Barghoorn, Leiterin Privatkundengeschäft und digitale Vermögensverwaltung bei Fidelity International.

Ein erstes Investment zu tätigen, ist also gar nicht so kompliziert. Aber es ist wichtig. Denn nur wer früh beginnt zu investieren, profitiert langfristig von einem Zinseszinseffekt. Es ist nicht so entscheidend, den perfekten Kurs zu erwischen. Viel wichtiger ist es, die ersten Schritte an die Börse zu machen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.