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Das Girokonto - unverzichtbar, aber kaum noch kostenlos

Das Girokonto : Unverzichtbar, aber kaum noch kostenlos

In der anhaltenden Niedrigzinsphase haben nicht nur Investoren und Anleger zu Kämpfen. Die niedrigen Zinsen erschweren es gerade Schichten mit einem geringeren Einkommen, bei sicheren Geldanlagen ein paar Zinsen anzusparen.

Wer hingegen bereits Geld angespart hat, dem drohen immer mehr Banken mit „Verwahrentgelten“ oder anderen Bezeichnungen - Strafzinsen auf Guthaben. Darüber hinaus sind auch die Geschäfte der Banken selbst von den Niedrigzinsen beeinträchtigt, weshalb sich die Kreditinstitute immer häufiger durch Gebühren auf laufenden Konten ihr Einkommen sichern.

Was das Girokonto leisten sollte

Praktisch jeder Bürger besitzt spätestens mit Aufnahme des ersten Ferien- oder Nebenjobs ein Girokonto. Wo früher noch der Lohn bar ausbezahlt wurde, hat sich der bargeldlose Zahlungsverkehr über die Jahre hinweg immer mehr durchgesetzt. Arbeitszeiten werden digital erfasst, an die Lohn- und Gehaltsbuchführung weitergegeben und dann bargeldlos angewiesen.

Arbeitgeber fragen direkt bei der Einstellung nicht nur Name, Wohnort, Geburtsdatum und Krankenversicherung, sondern auch die Kontoverbindung ab. Wo für Kinder noch oft reine Sparkonten von den Großeltern angelegt werden, ist ein Girokonto das beliebte Konto für laufende Einnahmen und Ausgaben.

Das Girokonto wird oft als laufendes Konto verwendet, auf das der Arbeitgeber oder auch eine Sozialkasse das Einkommen einzahlen kann. Von diesem Girokonto werden dann in den meisten Fällen die laufenden Ausgaben bezahlt. Dazu gehören folgende monatliche Kosten:

Das Girokonto - unverzichtbar, aber kaum noch kostenlos
Foto: Unsplash.com/Christin Hume CC0 Public Domain
  • Miete
  • Energiekosten
  • Telefonkosten
  • Versicherungsbeiträge

Immer dann, wenn jemand mit seiner EC-Karte am Kiosk, im Supermarkt oder im Restaurant bezahlt, erfolgt ebenfalls eine Abbuchung dieser Kosten des laufenden Girokontos - es sei denn, man nutzt eine Kreditkarte.

Das Geld ist auf einem Girokonto laufend in Bewegung. Giro bedeutet auf Italienisch so viel wie Kreis, was sich auf dem Girokonto durch die praktisch kreisenden Bewegungen von Ein- und Auszahlungen widerspiegelt.

Zu jedem modernen Girokonto, das für laufende Einnahmen und Ausgaben verwendet wird, erhalten Bankkunden die EC-Karte. Damit lassen sich Kontoauszüge am Automaten ziehen, bargeldlose Bezahlvorgänge durchführen oder Bargeld an einem Automaten abheben. Was heute ebenfalls zum Standard bei der Eröffnung eines Girokontos gehört: Online-Banking. Kunden können ihr Girokonto bequem von zu Hause aus über einen Computer verwalten. Da immer mehr Banken teilweise stattliche Gebühren für Buchungen und Services erheben, sollte man vor der Eröffnung einen Girokonto-Vergleich online durchführen.

Worin sich Filial-Banken und Online-Banken unterscheiden

Viele Menschen haben sich einmal im Teenager-Alter für eine Bank entschieden oder aber sind einfach zur Bank ihrer Eltern gegangen. Bei diesem Kreditinstitut bleiben viele Menschen dann so lange, bis irgendwo der Schuh drückt. Uneinigkeit über eine Kreditvergabe, schlechter Service und immer häufiger hohe Gebühren sind die häufigsten Gründe für einen Banken-Wechsel.

Laufende Kontoführungsgebühren von rund 10 Euro im Monat sind bei klassischen Filial-Banken heute keine Seltenheit mehr. Junge Kunden, die sich selbst mit dem Online-Banking um praktisch alle Bankgeschäfte kümmern sehen dies in immer weniger Fällen wirklich noch ein. Online-Banken locken hier Kunden mit meist niedrigen Kosten oder bieten sogar kostenlose Girokonten an.

Möglich ist die kostenlose Darstellung dieses Services dadurch, dass Online-Banken einen wesentlich kleineren Kostenapparat besitzen. Einsparungen sind an folgenden Stellen möglich:

  • Keine Pacht für Filialen
  • Weniger Personal
  • Geringe Strom- und Energiekosten
  • Keine Repräsentationskosten im klassischen Sinn

Wer fit im Online-Banking ist und sowieso praktisch nie mit einem Bankberater spricht, der kann durchaus von digitalen Banken profitieren. Auch hier kann man als Kunde mit „echten Menschen“ sprechen - allerdings über Telefon via E-Mail. Gut ausgebildete Mitarbeiter in der Zentrale oder im Kundenservice übernehmen die gleichen Beratungs- und Hilfetätigkeiten, können aber zu geringeren Kosten die Kunden im gesamten Land betreuen.

Die Kostenvorteile geben Online-Banken an ihre Kunden weiter und bieten daher vielfach kostenlose Girokonten an. Auch hier bekommen Kunden ein EC- und oft auch eine Kreditkarte, können ihre Finanzen online verwalten und an Partner-Geldautomaten Bargeld abheben. Auch Dispo-Kredite werden von Online-Banken bei einem entsprechenden Einkommen eingeräumt. Vor dem Wechsel von der Filial-Bank zur Online-Bank sollten Kunden prüfen, ob die Gebühren überhaupt rechtlich wirksam erhoben werden.

Das passende Konto für laufende Einnahmen und Ausgaben wählen

Es gibt nicht nur das eine Girokonto, das bei jedem Kreditinstitut die exakt gleichen Leistungen bietet. Allerdings lässt sich die Vielfalt der Girokonten in folgende Kategorien einteilen:

  • Girokonto für Bezieher regelmäßiger Einkünfte
  • Guthabenkonten
  • Girokonten für Minderjährige
  • Konten für Selbstständige
  • Konten für Unternehmen
  • Konten ohne Schufa

Die meisten Menschen beziehen regelmäßige Einkünfte, die aus angestellter Arbeit, Renten oder Verdienst-Ersatzleistungen stammen. Hier kommt monatlich ein fixer Betrag rein, von dem dann die laufenden Kosten bezahlt werden können. Bei dieser Form werden dem Kunden Dispo-Kredite eingeräumt und auch Kreditkarten angeboten.

Arbeitnehmer sind darauf angewiesen, dass der Arbeitgeber pünktlich den Lohn überweist. Dies ist im BGB, § 614 geregelt und Arbeitnehmer sollten das geltende Recht für sich nutzen.

Ein reines Guthabenkonto hingegen darf nicht überzogen werden. Außerdem gibt es keine EC-Karte, mit der die bargeldlosen Zahlungen im Zweifelsfall das Guthaben übersteigen. Ein Konto für Minderjährige läuft ebenfalls auf der Basis von Guthaben, es werden ebenfalls aufgrund der Rechtslage keine EC-Karten ausgegeben.

Die anderen Konten wiederum richten sich an spezielle Personengruppen bzw. Unternehmen, wo die Leistungen der Konten mit den vorhandenen Gegebenheiten harmonieren.

(vo)