Bonn: Das Ende des Monopols auf den Dächern

Bonn: Das Ende des Monopols auf den Dächern

Viele Hausbesitzer bekommen jetzt Post von ihrem Schornsteinfeger. Er schickt den aktuellen Feuerstättenbescheid. Dieses Dokument ist ein Signal, dass es langsam ernst wird mit dem Ende des Schornsteinfeger-Monopols in Deutschland.

„Ab 1. Januar 2013 können Hausbesitzer ihren Schornsteinfeger frei wählen”, sagt Eva Walitzek, Sprecherin des Verbraucherschutzvereins „Wohnen im Eigentum”. Dann endet die Ära, in der der Schornsteinfeger automatisch ins Haus kam, um regelmäßig Heizungen, Öfen und Schornsteine zu prüfen. Auch die Gebühren, bisher gesetzlich vorgeschrieben, werden freigegeben.

Der Hausbesitzer darf künftig wählen

Dann ist der Hauseigentümer in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Schornsteinfeger regelmäßig kontrolliert und reinigt. Dabei kann er unter den zugelassenen Dienstleistern aus Deutschland, der EU und der Schweiz auswählen.

Bis spätestens 31. Dezember 2012 muss jedem Hauseigentümer sein aktueller Feuerstättenbescheid vorliegen, informiert der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Er wird nach der routinemäßigen Feuerstättenschau erstellt. Wenn bis zum Ende des Jahres 2012 keine Feuerstättenschau mehr fällig ist, erstellen die Bezirksschornsteinfegermeister den Feuerstättenbescheid auf Grundlage der Kehrbuchdaten, so der Verband.

Dieser Feuerstättenbescheid enthält alle Angaben, die ein Schornsteinfeger für seine Arbeit braucht. Es sind alle Feuerstätten und die zugehörigen Abgasanlagen aufgelistet. Aufgeführt sind weiterhin alle daran auszuführenden Arbeiten und der Zeitraum, in dem sie erledigt werden müssen.

„Mit diesem Bescheid kann man zu einem zugelassenen Schornsteinfeger seiner Wahl gehen. Der muss auf einem Formblatt bestätigen, dass er die im Feuerstättenbescheid gelisteten Arbeiten erledigt hat und dass die Feuerstätte in einem korrekten Zustand ist”, erklärt Eva Walitzek. Ob der Neue dann aber preiswerter ist als bisher der Bezirksschornsteinfeger, daran hat sie ihre Zweifel.

„Zwar können Hauseigentümer ab 2013 über die Gebühren verhandeln. Aber es können zusätzliche Kosten für Akquise und Anfahrt dazukommen, die einen möglichen Vorteil wieder aufheben.”

Hat der neue Schornsteinfeger seine Arbeit getan, muss der Hauseigentümer aktiv werden. Er ist dafür verantwortlich, dass der bevollmächtigte Schornsteinfeger (in der Regel der Bezirksschornsteinfeger) die Bestätigung spätestens 14 Tage nach Ablauf des im Feuerstättenbescheid gesetzten Termins erhält.

Wenn die im Feuerstättenbescheid festgelegten Arbeiten nicht oder zu spät erledigt werden, muss der Bezirksschornsteinfeger die zuständige Behörde informieren. Diese stellt dann einen Zweitbescheid aus. Sollte dieser ebenfalls nicht umgesetzt werden, kommt es zu einer Ersatzvornahme, das heißt, die Behörde lässt die Schornsteinfegerarbeiten im Vollstreckungsverfahren ausführen.

Wer den Schornsteinfeger wechseln will, sollte also im eigenen Interesse sorgfältig vorgehen und nur qualifizierte und zugelassene Schornsteinfeger auswählen, betont der Schornsteinfegerverband. Denn der Eigentümer übernimmt die komplette Verantwortung. Schon aus haftungs- und versicherungsrechtlichen Gründen sei es wichtig, dass alle Arbeiten fach- und fristgerecht ausgeführt werden. Denn unentdeckte Mängel können zu gefährlichen Situationen führen.

Nichts überstürzen

Der Verbraucherschutzverein „Wohnen im Eigentum” rät allen Hausbesitzern, jetzt nichts zu überstürzen und nicht voreilig Aufträge zu vergeben. „Dazu bleibt bis Ende 2012 Zeit”, sagt die Sprecherin. Wer auch nach dem 1. Januar 2013 nicht aktiv wird, kann wie gewohnt die Dienstleistung seines bisherigen Schornsteinfegers in Anspruch nehmen.

In jedem Fall sollte der Feuerstättenbescheid sorgfältig aufbewahrt werden, denn er ist ein wichtiges Dokument für die Hauseigentümer, das Auskunft darüber gibt, ob die Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.