Bitcoin: Nobelpreisträger fordert Verbot

Cyberwährungen : Bitcoin: Nobelpreisträger fordert Verbot

Joseph Stiglitz, ein gefeiert US Ökonom und zudem auch Nobelpreisträger, hat wieder einmal ganz klar Stellung gegen die Kryptowährungen - allen voran den Bitcoin - bezogen: Stiglitz betonte, die deregulierten Währungen seien aufgrund Intransparenz ein Quell für Kriminalität wie Geldwäsche. Aber nicht nur Stiglitz äußerte sich negativ gegenüber den digitalen Währungen; auch Warren Buffett sprach sich abermals gegen Kryptowährungen aus.

Stiglitz sprach schon 2017 von einem Verbot

Stiglitz, geboren im Jahr 1943, war zwischen 1997 und 2000 Chefökonom der Weltbank und von 2011 bis 2014 der Präsident der International Economic Association. Stiglitz hat 2001, gemeinsam mit Michael Spence und George Akerlof, den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen. Heute gilt der Professor der Columbia University als moderner Keynesianer - er ist also ein Unterstützer der regulierten Marktwirtschaft.

Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich der Wirtschaftswissenschaftler abermals gegen die Kryptowährungen ausgesprochen hat. „Ich bin der Meinung, wir sollten die Kryptowährungen endlich abschaffen“, so Stiglitz in einem Video von CNBC. „Die Digitalwährungen haben eine Vielzahl schlechter Eigenschaften.“

Joseph Stiglitz ist überzeugt, dass die Kryptowährungen für keinerlei Verbesserung der Weltwirtschaft sorgen können, da es an der Transparenz mangelt. Das sei auch die größte Gefahr. „Kryptowährungen werden immer wieder für illegale Geschäfte wie auch für Geldwäsche verwendet. Geld wird von der transparenten Plattform in das Dunkle geschaffen“, so Stiglitz.

Er ergänzte dahingehend auch, dass es „absolut keinen Grund gibt, warum man überhaupt eine Kryptowährung nutzen sollte“, da nicht annähernd die grundlegendsten Anforderungen an eine Währung erfüllt werden können. Fiat-Währungen, so etwa der Euro oder auch der US Dollar, würden diese Eigenschaften sehr wohl in sich tragen.

Es war nicht das erste Mal, dass sich Stiglitz gegen die Kryptowährungen aussprach: Schon 2017 sprach der Wirtschaftswissenschaftler davon, dass man den Bitcoin verbieten müsste, da er „keinen wirklichen Nutzen habe“ und am Ende nur ein „Risiko für Anleger“ darstellen würde.

Aber nicht nur Stiglitz sprach sich jetzt abermals gegen den Bitcoin aus: Investment-Milliardär Warren Buffett scheint ebenfalls kein Freund von Kryptowährungen zu sein. „Das ist ein Zocker-Spielzeug. Es gab derart viele Betrugsfälle und hohe Verluste, sodass man jetzt sagen kann, dass der Bitcoin nichts erschaffen konnte“, so der 88-Jährige.

6.000 US Dollar-Grenze ist geknackt - folgt nun der Angriff auf das Allzeithoch?

Warum sich gerade jetzt wieder Kritiker zu Wort melden? Der Bitcoin scheint sich nun erholt zu haben - der „Krypto-Winter“ ist wohl endgültig vorbei. Nachdem der Bitcoin Ende 2017 an der 20.000 US Dollar-Marke kratzte, folgte der Absturz: 2018 verlor die Kryptowährung rund 80 Prozent ihres Werts. Von Januar bis Mai 2019 stieg man jedoch wieder auf 6.000 US Dollar. Folgt man den neuesten Prognosen, so befindet sich der Bitcoin aber erst am Anfang - laut Bitcoin-Experten könnte die Mutter aller Kryptowährungen auf 50.000 US Dollar klettern.

Wer in den Bitcoin - oder in eine andere Kryptowährung - investieren will, der muss jedoch vorsichtig sein: Die Prognosen sind zwar gut, jedoch sind sie keine Garantie - Verluste dürfen, wenn in den Krypto-Markt investiert wird, nie ausgeschlossen werden.

Wird China tatsächlich das Mining verbieten?

Auch wenn sich der Bitcoin - abermals - auf einem Höhenflug befindet, so gibt es doch einige kritische Stimmen, die der Meinung sind, die Kryptowährung müsse verboten werden. Auch China hat nun Stellung gegen den Bitcoin bezogen - man will nun das sogenannte Mining, also das Schürfen von Bitcoins, verbieten.

Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (kurz: SKER), die als chinesische Behörde für die Planung wie auch Überwachung der wirtschaftlichen Entwicklungen zuständig ist, hat bereits verlautbart, über ein Verbot des Bitcoin-Minings nachzudenken. Besonders interessant ist der Umstand, dass rund 74 Prozent aller Kryptowährungen in China produziert werden - die Folgen, die ein Verbot mit sich bringen würde, könnten zum aktuell Zeitpunkt daher noch gar nicht eingeschätzt werden.

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