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Biallos Ratgeber: Versicherungen für Studenten und Azubis

Biallos Ratgeber : Abgesichert ins Berufsleben starten

Der erste eigene Job bedeutet oft auch, sich selbstständig um Versicherungsschutz und Finanzen zu kümmern. Für ehemalige Studierende und Auszubildende gibt es Tipps, worauf sie achten müssen.

Mit dem ersten Job stellen sich junge Leute endgültig finanziell auf eigene Füße. Als Absicherung sollten sie auf drei Versicherungen und vermögenswirksame Leistungen setzen. Die Wohnungsbauprämie ist ein erster Schritt zu den eigenen vier Wänden.

Krankenversicherung: Festangestellte Berufseinsteiger sind meist pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei der Kassenwahl sollten sie den Zusatzbeitrag im Blick haben. Diesen erhebt jede Kasse in individueller Höhe – zwischen etwa 0,2 bis 1,5 Prozent vom Bruttoeinkommen. Die Hälfte davon muss das Kassenmitglied selbst bezahlen. Ein hoher Zusatzbeitrag kann sich aufs Jahr gesehen teuer auswirken, ein Wechsel zu einer günstigeren Kasse kann Geld sparen. Im Blick sollte man dabei auch individuelle Zusatzleistungen der Kassen haben.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Brisanz dieser Police ist vielen jungen Leuten nicht bewusst. „Statistisch gesehen erreichen aber 25 Prozent eines Berufsjahrgangs die Rente nicht in voller Gesundheit“, sagt Thomas Hentschel, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Beiträge können zwischen 50 und 90 Euro im Monat betragen, aber das Geld ist gut investiert. Auch eine private Haftpflichtversicherung gehört zu den unverzichtbaren Versicherungspolicen.

Vermögenswirksame Leistungen: Schon Berufseinsteiger können sich ein finanzielles Polster aufbauen. Im ersten Schritt kommen vermögenswirksame Leistungen (VL) in Frage. Dabei kann der Arbeitnehmer – je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag – bis zu 40 Euro im Monat zusätzlich zum Gehalt erhalten, um sie in einen speziellen VL-Sparvertrag zu investieren. Doch nur wenige nutzen die Chance. „Die Hälfte derjenigen, die Anspruch darauf hätten, schließen keine Verträge ab“, sagt Hentschel. Arbeitnehmer können Bau-, Bank- oder Fondssparpläne bezuschussen lassen oder die VL zur Tilgung eines Darlehens zur Immobilienfinanzierung einsetzen.

Arbeitnehmersparzulage: Bei nie­drigen Einkommen kann die Arbeitnehmersparzulage noch obendrauf kommen. Wer als Single weniger als 17.900 Euro zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung hat, kann neun Prozent der Beiträge, die er in einen Bausparvertrag oder die Tilgung eines Immobiliendarlehens investiert, als Zulage erhalten. Das sind maximal 43 Euro im Jahr. Beim Fondssparen liegt die Einkommensgrenze bei Singles bei 20.000 Euro im Jahr. Hier gibt es sogar 20 Prozent Zulage auf die eingezahlten Beiträge, maximal 80 Euro im Jahr.

Wohnungsbauprämie: Zusätzlich zur Arbeitnehmersparzulage – aber auch völlig unabhängig davon – kann die Wohnungsbauprämie in Frage kommen. Den staatlichen Zuschuss gibt es für alle Sparverträge, die zum Ziel haben, eine Immobilie zu kaufen, zu renovieren oder zu bauen. Momentan gilt für Singles die Einkommensgrenze von 25.600 Euro im Jahr zu versteuerndes Einkommen, um die Prämie zu erhalten. Der Zuschuss beträgt dann maximal 45 Euro im Jahr. Ab 2021 steigen die Einkommensgrenzen und Zuschüsse deutlich. Für Singles gilt dann eine Einkommensgrenze von 35.500 Euro im Jahr, der Zuschuss beträgt maximal 70 Euro.

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