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Aachen: Biallos Ratgeber: Policen für Kinder auf den Weg bringen

Aachen : Biallos Ratgeber: Policen für Kinder auf den Weg bringen

Zur Geburt ein Versicherungspaket? Darauf können Sie verzichten. Das Geld ist besser in Einzelpolicen angelegt. Die bieten umfangreicheren Schutz — und Sie bleiben flexibel. Zum Glück benötigen Kinder ohnehin nur wenige Policen. Was wir raten.

Risiko: Die größte Gefahr für die Kinder sehen Eltern meist in einer Schwerbehinderung. Deshalb sind Kinderunfallversicherungen so beliebt. Doch die finanzielle Sicherheit, die die Police bietet, ist nur Schein: Nur zwei Prozent aller Schwerbehinderten in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt unter 18 Jahren alt.

Zudem gehen weniger als zwei Prozent der Schwerbehinderungen in der gesamten Bevölkerung auf Unfälle zurück. Viel schwerer wiegen Krankheiten: zu 85 Prozent sind sie der Verursacher einer Schwerbehinderung. Dieses Risiko deckt die Kinderunfallversicherung nicht ab.

Kinderinvaliditätsversicherung: Wer das geringe Risiko einer Schwerbehinderung trotzdem absichern will — immerhin gilt die finanzielle Belastung im Ernstfall ein Leben lang —, ist mit einer Kinderinvaliditätsversicherung gut beraten.

„Das ist die Optimallösung, denn sie sichert Invalidität infolge von Unfall und Krankheit ab“, sagt Versicherungsexpertin Brigitte Mayer. Die meisten Policen gewähren eine lebenslange Rentenzahlung. Ein Vollkaskoschutz ist die Police trotzdem nicht: Viele Leiden sind ausgeschlossen, vor allem psychische.

Die Police ist nicht ganz preiswert. Für eine monatliche Rente von 1000 Euro fallen zwischen 300 und 500 Euro im Jahr an Beitrag an.

Private Krankenzusatzversicherung: Im Falle einer Krankheit ist eine Zusatzversicherung für den stationären Aufenthalt kein Luxus. „Kernelement ist die freie Arztwahl“, sagt Versicherungsberater Stefan Albers.

Hier kommt es nicht auf die Chefarztbehandlung an, sondern dass man sich an einen selbst gewählten Spezialisten wenden kann. Auch die freie Krankenhauswahl ist attraktiv. „Es gibt Policen für weniger als fünf Euro im Monat.“

Auslandsreisekrankenversicherung: Mit Kind auf Reisen zu sein, erfordert eine Auslandsreisekrankenversicherung. Denn der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse ist lückenhaft, nicht zuletzt, weil der medizinisch notwendige Rücktransport nicht bezahlt wird — von der Auslandspolice aber schon.

Besitzen Eltern schon vor der Familiengründung einen Vertrag, müssen sie auf eine Familienpolice umsatteln, Kostenpunkt: um die 20 Euro im Jahr.

Versicherungsberater Albers rät zu umfangreichen Assistanceleistungen: Ein Übersetzungsdienst im Ausland, die Übernahme von Reisekosten für eine Begleitperson, wenn das kranke Kind nach Hause geflogen werden muss oder die Begleitung der Kinder, wenn die Eltern in die Heimat zurückkehren müssen.

Private Haftpflichtversicherung: Eine private Haftpflichtversicherung sollte ohnehin jeder haben — egal ob Single oder Familie. Wer Nachwuchs bekommt, muss den Vertrag auf eine Familienpolice umstellen.

Gut ist, wenn Schäden deliktunfähiger Kinder — bis zum Alter von sieben Jahren haften sie nicht für Schäden — bis zu einer bestimmten Höhe bezahlt werden, sagt Mayer. „Die Eltern sind regelmäßig entsetzt, wenn die Versicherung die eingeschmissene Fensterscheibe beim Nachbarn nicht bezahlt.“ Eine Police sichert diese Peinlichkeit ab.

Risikolebensversicherung: Wichtiger als jede Ausbildungsversicherung mit mickriger Rendite, vor der Versicherungsberater Albers dringend abrät, ist eine Risikolebensversicherung der Eltern. Stirbt ein Elternteil, entsteht eine immense Finanzlücke.

Mit einer Police können die Hinterbliebenen abgesichert werden — und die Ausbildungsfinanzierung der Kinder kann man damit am besten garantieren. 250 000 Euro Versicherungssumme kann ein 35 Jahre alter Versicherungsnehmer auf diese Weise für weniger als 200 Euro im Jahr absichern.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers