Aachen: Biallos Ratgeber Kreditkarte: Der Blick auf die Basisvarianten

Aachen: Biallos Ratgeber Kreditkarte: Der Blick auf die Basisvarianten

Alles „gebührenfrei“: Das ist schon beinahe ein Schlachtruf vieler Kreditkartenanbieter. Doch der Kunde sollte bei der Auswahl der richtigen Karte genau hinschauen, vor allem auf seine eigenen Bedürfnisse. Das sind die wichtigsten Auswahlkriterien — und die tiefsten Kostenfallen.

Grundgebühr: Viele Kunden schauen vor allem darauf, dass der Besitz einer Kreditkarte nichts kostet. Doch die monatliche Grundgebühr „Null“ ist nicht das entscheidende Kriterium: Der beste Anbieter in einem Vergleich aller Einzelkosten von mehr als 130 Kreditkarten ist die Netbank — doch gratis bietet sie grundsätzlich keine Karte an. Erst ab 4000 Euro Jahresumsatz ist die Mastercard Classic kostenfrei. Andere Anbieter verlangen zwar nie Fixkosten bei ihrer Standard-Kreditkarte. Kostenlos weltweit Geld abheben und die attraktiven Zinsen für Guthaben und Soll katapultieren aber die Netbank in Front.

Transaktionskosten der Kreditkarte: Eine Kreditkarte einzusetzen, das sollte nie teuer werden. „Wer die Karte an fremden Geldautomaten nutzt, zahlt nach wie vor teils happige Gebühren“, warnt die Verbraucherzentrale. Ein Beispiel: Bei der grundgebührenfreien „Genial-Card“ (eine Visa-Karte) der Hanseatic Bank kostet es gleich fünf Euro Gebühren, wenn Sie 100 Euro in Österreich mit der Karte abheben. Der Vielreisende ins Ausland wird das ansonsten mit relativ guten Konditionen aufwartende Hanseatic-Produkt also wohl lieber nicht als erste Wahl mit sich führen. Verbraucher müssen genau wissen, was sie mit der Kreditkarte tun wollen — und wo. Nicht jeder will ja kostenlos weltweit Geld abheben. Vielleicht interessieren auch nur die Kosten für den Einsatz der Kreditkarte beim Einkauf an einer Kasse. Die liegen übrigens bei der genannten Hanseatic-Genial-Card wie bei jeder Karte im gesamten Euroraum bei null Euro.

Zinssätze der Kreditkarte: Bei Kreditkarten können die Sollzinsen — wie auch beim Girokonto — zu einem finanziellen Desaster werden. So werden zwischen günstigen einstelligen und teuren zweistelligen Prozentsätzen berechnet, wenn man im Minus ist. Aber hier kommen noch die unterschiedlichen Arten der Kreditkarten ins Spiel: Die DKB Visa in Verbindung mit dem Girokonto ist da zum Beispiel ein sehr starkes Angebot. Weltweit kostenlos Geld abheben, 1,3 Prozent Zinsen auf dem Guthaben der Visa-Card und nur 7,9 Prozent Dispo — sehr fair. Sollzinsen können aber ganz ausgeschlossen werden.

Das ist bei allen sogenannten Prepaid-Kreditkarten so. Denn bei dieser Karte können Sie nur das Geld ausgeben, das Sie zuvor als Guthaben eingezahlt haben. Kredit gibt es also gar nicht. Der Kunde muss wissen, wie er sich einschätzt — und seine Bedürfnisse beim Karteneinsatz.

Extra-Leistungen der Kreditkarte: Je billiger die Kreditkarte, desto weniger Zusatzleistungen? Das muss nicht sein. Bonusprogramme oder Auslands-Krankenversicherung bieten oft auch schon Basiskarten mit null Euro Fixkosten. Generell gilt aber, dass besondere Serviceleistungen auch eine höhere Grundgebühr beinhalten. Oder gar einen Benutzerkreis, in den man selbst mit stattlichen Fixkosten beim Einsatz der Kreditkarte nicht kommt. Die sehr gute Frequent-Traveller-Mastercard der Lufthansa erhält etwa nur der Kunde, der oft mit der Kranich-Linie geflogen ist. Dann sind aber auch Extra-Meilen beim Fliegen drin — und obendrein Guthabenzinsen, Reise-Rücktrittskostenversicherung, Auslands-Krankenversicherung, sowie vieles mehr. Gute Leistungen, die viel Geld wert sind — wenn der Kreditkarten-Inhaber so etwas denn braucht. Auf Auslandsreisen helfen diese Extra-Leistungen viel Geld zu sparen. Wer aber nur im Inland beim Einkaufen seine Kreditkarte nutzt, der sollte bei den besten Karten einen Blick auf grundgebührenfreie Basisvarianten werfen. Für Verbraucher mit durchschnittlichen Ansprüchen könnte das der wichtigste Spartipp sein.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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