Aachen: Biallos Ratgeber: Hier kann man sparen, ohne zu zahlen

Aachen: Biallos Ratgeber: Hier kann man sparen, ohne zu zahlen

Nahezu jeder Angestellte hat einen gesetzlichen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Die beliebteste Form ist hier aufgrund des geringen Verwaltungsaufwands die Direktversicherung.

Wer noch 2011 einsteigt, profitiert weiterhin von einem höheren Garantiezins und einem früheren Rentenstart mit 60 Jahren.Bei einer Direktversicherung schließt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer einen Vertrag ab.

Die Beiträge werden vom Bruttogehalt genommen und sofort für die Versicherung umgewandelt. Im Rahmen dieser Entgeltumwandlung sind Beiträge jährlich bis zu 4440 Euro steuerfrei und bis zu 2640 Euro sozialabgabenfrei. Eine Direktversicherung ist somit eine Gehaltsumwandlung, die während der Einzahlungsphase Steuern und Sozialabgaben vermindert.

Beispiel 1: Ein kinderloser Arbeitnehmer in Steuerklasse I hat ein monatliches Bruttoeinkommen von 3000 Euro. Abzüglich Steuern und Sozialabgaben bleiben ihm netto 1836,25 Euro. Er nutzt das bAV-Angebot und wandelt jeden Monat 220 Euro sofort in eine Direktversicherung um. Das Nettogehalt beträgt nun 1729,32 Euro, also lediglich 113,07 Euro weniger. Er spart durch die Gehaltsumwandlung volle 106,93 Euro, ein Vorteil von 1283 Euro pro Jahr.

Beispiel 2: Viele Arbeitnehmer haben Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen (VL) durch ihren Arbeitgeber von maximal 40 Euro pro Monat. Davon fordern Fiskus und Sozialversicherung aber wieder ihren Anteil. Wer als Alleinstehender bei einem Bruttogehalt von 2500 Euro monatlich 40 Euro VL in einen Bausparvertrag steckt, bekommt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben ein Nettogehalt von 1566,64 Euro. Fließt dieses Geld aber von vornherein in eine Direktversicherung plus zusätzlich ein Eigenanteil - im Beispiel wären es 39,74 Euro -, bleibt dieser ebenfalls steuer- und sozialabgabenfrei und man erhält das gleiche Nettogehalt. Der zusätzliche Eigenanteil von knapp 40 Euro finanziert sich allein durch die Steuer- und Sozialabgaben-Ersparnis. Ohne realen Nettoverlust beim Einkommen wird doppelt so viel angespart!

Job-Wechsel: Bei einem Job-Wechsel können Sparer in der Regel ihre Anwartschaften aus einer Direktversicherung auf die Betriebsrentensysteme des neuen Arbeitgebers übertragen, wenn der bisherige Vertrag ab 2005 abgeschlossen wurde. „Dabei wird zwar das Deckungskapital komplett übertragen, aber neue Parameter wie etwa veränderte Sterbetafeln oder der aktuelle Garantiezins reduzieren den garantierten Rentenanspruch”, sagt Ulf Kesting, Vorstand der Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung. Im Klartext: Es wird ein neuer bAV-Vertrag fällig, und meistens sind die neuen Konditionen schlechter. So lag der Garantiezins vor zehn Jahren noch bei 4,0 Prozent, im Jahr 2011 liegt er bei 2,25 Prozent, ab 2012 sinkt er auf 1,75 Prozent. Häufige Job-Wechsel können somit beträchtliche Einbußen auslösen.

Rentenphase: Bei allen ab 2005 geschlossenen Verträgen sind die Renten voll zu versteuern. Mitglieder in den gesetzlichen Krankenkassen müssen zusätzlich noch den vollen Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung leisten, während privat Krankenversicherte hier nichts abführen müssen.

Angebote: Das Analysehaus Morgen & Morgen hat klassische Direktversicherungen getestet. Ein 30-jähriger wandelt monatlich 220 Euro um. Bei einer Vertragslaufzeit bis zum 67. Lebensjahr erhält er bei Top-Anbietern wie Swiss Life, R+V, Hannoversche Leben oder WGV eine garantierte Rente von 540 bis 550 Euro im Monat. Die mögliche Rente im ersten Jahr liegt sogar um bis zu 75 Prozent höher.