Aachen: Biallos Ratgeber: Flexible Sparzwitter ermöglichen Zinsplus

Aachen: Biallos Ratgeber: Flexible Sparzwitter ermöglichen Zinsplus

Fiebrige Börsen und unvorhersehbare Zinstrends drängen Sparer zu Geldanlagen mit planbarem Ertrag. Gleichzeitig wünschen sich viele eine Ausstiegsoption. Das Problem: Termingelder bieten Zinsgarantie, sind aber nicht flexibel. Tagesgelder sind frei verfügbar, gewähren aber keine Zinssicherheit. Einen Ausweg eröffnet die Kombination von Tages- und Termingeld. Was ist davon zu halten?

Funktionsweise: Immer mehr Banken mischen Tages- und Festgeld. Das Ersparte liegt für eine bestimmte Zeit fest, ein Teilbetrag ist aber vorzeitig abrufbar. Für die gesamte Laufzeit besteht Zinsgarantie. Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern findet die Idee nicht schlecht: „Die Sparzwitter sind kostenlos, die Verzinsung höher als bei getrennter Anlage in Tages- und Festgeld, zudem bleiben Sparer flüssig.” Wer zeitlich begrenzt Geld anlegt, der könne einige Zehntel Zusatzgewinn erwirtschaften. Länger als vier Jahre sollte man sich wegen des niedrigen Zinsniveaus aber nicht binden. Plötz rät, nur so viel Geld anzulegen, wie die Einlagensicherung der Bank garantiert.

Flexibles Festgeld: Die VTB Bank offeriert ein teilflexibles Festgeld: „Bei VTB Duo werden 80 Prozent des Anlagebetrags fest angelegt, die restlichen 20 Prozent bleiben verfügbar”, so VTB-Geschäftsführer Michael Kramer. Wer 20.000 Euro anlegt, kann 4000 Euro jederzeit abheben. Bei 36 Monaten Laufzeit beträgt die Verzinsung 3,8 Prozent. „Das ist mehr als die gesplittete Alternativanlage in Tages- und Festgeld, die nur 3,68 Prozent ermöglicht”, so Kramer. Andererseits: Reines Festgeld ohne Kündigungsoption brächte mit vier Prozent höheren Ertrag. Dafür liegt aber die gesamte Summe fest. Beim Kombigeld der NIBC Bank wird die Hälfte des Kapitals fest angelegt, die andere fließt auf ein Tagesgeldkonto. Vorteil: Im Gegensatz zum VTB Duo sind 50 Prozent des Kapitals frei verfügbar. Bei dreijähriger Spardauer zahlt NIBC allerdings nur 3,4 Prozent Zinsen, erst nach fünf Jahren werden 3,8 Prozent erreicht. Auch hier gilt: Die Kombianlage bringt zwei bis drei Zehntel mehr Ertrag als die Einzelanlage in Tages- und Festgeld. Die reine Festgeldanlage ist mit 3,8 und 4,2 Prozent Zinsen wiederum attraktiver. „Sparer müssen ihre Anlagepräferenzen also genau abwägen”, sagt Plötz. Doppelt flexibel ist das Festgeld der SKG Bank: Sparer können sowohl über die Hälfte ihres Anlagebetrags vorzeitig verfügen, als auch bis zu 50 Prozent während der Laufzeit zuzahlen. Bei dreijähriger Spardauer zahlt SKG 3,25 Prozent Zinsen. Monatlich sind 2.000 Euro frei verfügbar, höhere Beträge nach drei Monaten.

Flexibler Sparbrief: Die Bank 11 bietet Sparbriefe mit Ausstiegsoption. Nach der Hälfte der Laufzeit sind die Papiere monatlich kündbar. Bei dreijähriger Anlage erhalten Sparer 3,5 Prozent Zinsen. Die Verfügbarkeit kostet allerdings 0,25 Prozent Rendite gegenüber klassischen unkündbaren Sparbriefen. Verbraucherschützer Plötz: „Bei den klassischen Sparbriefen können Käufer keine Teilauszahlungen vornehmen.”

Gekoppelte Produkte: Manche Banken binden hohe Tagesgeldzinsen an ein Girokonto oder Wertpapierdepot. Hierbei handelt es sich nicht um die Mischung zweier Anlageformen, sondern um deren Kopplung: Das eine Produkt gibt es nur in Verbindung mit dem anderen. Vorsicht: Oft handelt es sich um Lockangebote, die Gebühren verursachen können. Anders ist das beim Cash-Konto der Deutschen Kreditbank (DKB). Bei diesem reinen Internet-Girokonto gibt es eine gebührenfreie Visa-Karte hinzu, mit der man weltweit kostenlos Bargeld abheben kann. Dieses Konto ist mit einem Zins von 2,05 Prozent ausgestattet und täglich verfügbar wie ein Tagesgeldkonto.

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