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Berlin: Biallos Ratgeber: Die richtigen Policen für junge Leute

Berlin : Biallos Ratgeber: Die richtigen Policen für junge Leute

Wenn junge Menschen ins eigene Leben starten, sollten sie das mit Netz und doppeltem Boden tun — der richtige Versicherungsschutz ist dabei ein wichtiger Baustein im Sicherungssystem. Je nachdem, wohin sie sich aufmachen, benötigen junge Leute unterschiedliche Policen.

Mit Kranken-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung sind sie auf der sicheren Seite.

Krankenversicherung:

Wer nach der Schule eine Lehre beginnt, ist ab dem ersten Tag eigenständiges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Studenten dagegen können noch bis zum 25. Lebensjahr kostenlos in der Familienversicherung bleiben, wenn die Eltern gesetzlich versichert sind.

Waren sie bislang privat versichert, können sie zu Studienbeginn wählen, ob sie weiterhin in der Privaten bleiben oder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln wollen. „Meist ist die GKV langfristig die günstigere Lösung“, sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, sind wie Azubis pflichtversichert in der GKV — und das sogar kostenlos.

Private Haftpflichtversicherung:

Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss für alle — ob jung oder alt. Sie schützt vor finanziellen Schäden, die man anderen Personen oder fremdem Eigentum zufügt. Denn für die Wiedergutmachung haftet der Verursacher im Ernstfall mit seinem ganzen Vermögen. Kinder können mindestens bis zur Volljährigkeit, meist auch noch bis zum Ende der ersten Ausbildung in der Familienversicherung der Eltern mitversichert bleiben, auch wenn sie schon in einer eigenen Wohnung leben. Es lohnt sich aber genau nachzufragen, bis wann der Schutz der elterlichen Police greift, rät Wortberg: „Wie lange der Schutz gilt, sollte man sich schriftlich vom Versicherer bestätigen lassen.“

Berufsunfähigkeitsversicherung:

„So früh wie möglich“, lautet die Formel für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), sagt Wortberg. Denn wenn ein Student oder Azubi wegen Unfall oder Krankheit seine Ausbildung nicht beenden kann, hat er eventuell sein ganzes Leben mit dem potenziellen Einkommensverlust zu kämpfen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung garantiert dann eine Rente. Wer jung einsteigt, hat den Vorteil, langfristig von günstigen Beiträgen zu profitieren. Denn mit Anfang 20 ist man meist kerngesund und ohne Vorerkrankungen, was andernfalls einen Beitragsaufschlag bewirkt. Speziell auf junge Leute zugeschnittene Starter-Policen gewähren geringe Beiträge während der Ausbildungsphase. Im späteren Berufsleben steigen sie dann an. „Auch wenn man unter dem Strich etwas mehr zahlt als bei konstanten Beiträgen, so ist die Police gerade bei knappem Studenten-Budget erschwinglich“, meint Versicherungsexperte Wortberg.

Ein Jahr ins Ausland:

Wer ein Semester im Ausland studiert, eine monatelange Weltreise plant oder als Au-Pair in die Ferne zieht, benötigt einen Auslandsreisekrankenschutz für Langzeitaufenthalte. In Europa gilt zwar noch der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung, aber nur lückenhaft — der Rücktransport in die Heimat im Krankheitsfall ist nie versichert. Die Versicherungen gewähren eine Notbehandlung im Ausland und garantieren den Rücktransport. Sie kosten ab 400 Euro im Jahr aufwärts.

Altersvorsorge:

Auch wenn die Versicherungsvertreter nach Schulabschluss die Absolventen belagern und den Abschluss von allerhand Policen anraten — in die private Altersvorsorge müsse jetzt noch keiner investieren, meint Wortberg: „Ein Zeithorizont von 30 Jahren vor dem Ruhestand, dann aber vernünftig loslegen, das ist ausreichend.“

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers