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Düsseldorf: Biallos Ratgeber: Der Kampf gegen die Dispo-Schulden

Düsseldorf : Biallos Ratgeber: Der Kampf gegen die Dispo-Schulden

Ein Drittel aller Dispo-Nutzer steht regelmäßig mit mindestens 500 Euro in den Miesen — das hat eine Umfrage im Auftrag der ING-Diba ergeben. Noch schlimmere Zahlen registrieren die Schuldnerberatungsstellen: Knapp die Hälfte der Ratsuchenden überzieht ihr Konto um mehr als 3000 Euro.

Und das ist ruinös teuer: Nach den neuesten Zahlen des Verbraucherportals biallo.de verlangen rund 270 Banken in Deutschland im Schnitt mehr als zehn Prozent Zinsen für den Dispo — gerade Volksbanken und Sparkassen sogar oft noch mehr.

Nach Angaben der Bundesbank stehen deutsche Privathaushalte allein wegen dieser Überziehungen mit einer Milliarde Euro in der Kreide. Am 21. März tritt nun ein Gesetz in Kraft, das Banken verpflichtet, bei hohem Kontominus zumindest beratend aktiv zu werden.

Beratungspflicht

Überziehen Bankkunden dauerhaft ihr Girokonto, müssen die Kreditinstitute die Betroffenen künftig über kostengünstige Alternativen beraten. Die Beratungspflicht greift, wenn der Kontoinhaber den eingeräumten Disporahmen mehr als ein halbes Jahr lang ununterbrochen zu 75 Prozent ausnutzt. Wird das Kontominus zu über 50 Prozent in den Bereich der geduldeten Überziehungen ausgedehnt, soll die Beratung bereits nach drei Monaten erfolgen. Das persönliche Gespräch geschieht per Telefon oder in der Filiale. Zugleich müssen die Kreditinstitute die Höhe ihrer Dispo-Zinsen bald deutlich sichtbar auf ihrer Internetseite anzeigen.

Umschulden in Ratenkredit

Zur Schuldensenkung empfehlen Banken gern das Umschulden in ein kostengünstiges Ratendarlehen. Kreditnehmer erzielen zwei entscheidende Vorteile: Das Girokonto kommt aus dem Minus und die Zinslast verringert sich. Top-Kredite für weniger als drei Prozent Zinsen, wie sie Bank of Scotland oder Santander Consumer Bank anbieten, sind in der Lage, hohe Dispokosten zu dritteln. Das klappt aber nur, wenn man den Bestzins erhält. Dispo-Sünder zahlen jedoch oft Zuschläge. In diesem Fall empfehlen sich Kredite mit bonitätsunabhängigen Zinsen, hier lauert kein Aufpreis bei schlechter Kassenlage. Top-Offerten unter vier Prozent kommen zum Beispiel von Oyak Anker Bank und ING-Diba.

Girokonto mit niedrigem Dispozins

Ist klar, dass das Girokonto immer mal wieder ins Minus rutscht, empfiehlt sich ein Konto mit niedrigem Dispozins. Statt zehn oder zwölf Prozent erheben etwa DKB, 1822 direkt oder Consorsbank nur zwischen sieben und acht Prozent Zinsen. Noch günstiger ist manche Regionalbank. So fordert die PSD Bank Berlin-Brandenburg für ihr Girodirekt-Konto 6,28 Prozent Dispozins, die PSD Bank Westfalen-Lippe für das Girodirekt Premium 6,7 Prozent. Wichtig: Achten Sie beim Bankwechsel auf Kontogebühren. Fordert ein Geldhaus Monat für Monat sechs oder acht Euro Pauschale, ist die Dispozins-Ersparnis schnell dahin. Das gleiche gilt, wenn hohe Gebühren beim Geldabheben oder für Kreditkarten anfallen.

Externer Abrufkredit

Eine Alternative zum teuren Dispokredit ist ein preiswerter Abrufkredit. Viele Banken gewähren diese kostenlosen Rahmendarlehen, die Sie wie einen Dispokredit beliebig oft in Anspruch nehmen können. Die Tilgung ist flexibel. Sie zahlen entweder die fälligen Zinsen oder eine geringe Mindesttilgung von ein oder zwei Prozent zurück. Sondertilgungen sind jederzeit möglich. Extrem preiswert ist der Abrufkredit der Volkswagen Bank mit 2,99 Prozent Zinsen, die Bank 11 berechnet 4,85 Prozent.

Tipp: Abrufdarlehen sind auch als externer Kreditrahmen bei einem anderen Geldhaus möglich, zum Beispiel bei der Deutschen Bank, PSD Bank Hannover oder der ING-Diba.

Überweisen Sie einfach den gewünschten Betrag auf Ihr Girokonto — und schon startet der Einkauf.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers