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Aachen: Bei einem Grillunfall richtig reagieren

Aachen : Bei einem Grillunfall richtig reagieren

Bei den aktuell sommerlichen Temperaturen, kann man die Grillsaison als eröffnet betrachten. Doch leider kommt es beim Grillen immer wieder zu Unfällen.

Rund 4.000 Grillunfälle zählt die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin Jahr für Jahr in Deutschland. Häufigste Ursache dafür sind flüssige Brandbeschleuniger. Wenn Spiritus oder Benzin in die Glut gekippt werden, um den Grill schneller anzuheizen, kann es schlagartig zu unkontrollierbaren Stichflammen kommen.

Unverzüglich Notruf wählen

Bei großflächigen Verbrennungen mit Blasenbildung oder auch, wenn heiße Luft eingeatmet wurde, besteht akute Lebensgefahr. In solchen Fällen empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), sofort den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren, damit ein Notarzt lebensrettende Maßnahmen einleiten kann.

Gefahrenzone verlassen

Je größer die Hitze ist und je länger sie einwirkt, desto schwerer ist die Zerstörung der Haut und dadurch die Verbrennung, erklärt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV). Deshalb sollten betroffene Personen so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich entfernt und der Brandherd mit Sand oder Wasser gelöscht werden. In Flammen stehende Menschen flüchten meist in Panik. In diesem Fall ist es wichtig diese Personen unbedingt -; notfalls mit einem gezielten Sturz -; zu stoppen. Denn durch den Luftzug, der beim Laufen entsteht, werden weitere Flammen entfacht, erklärt der DFV.

Brennende Kleidung löschen

Brennende Kleidung muss unverzüglich gelöscht werden. Dazu können Sie Wasser verwenden oder die Flammen mit einer Wolldecke oder Wolljacke ersticken. Niemals synthetische Stoffe zum Löschen verwenden. Hier besteht die Gefahr, dass sich die Synthetikfasern in die Haut einbrennen, was die Brandverletzungen noch verschlimmert. Falls ein Feuerlöscher zur Hand ist, können Sie auch diesen verwenden. Steht überhaupt kein Hilfsmittel zur Verfügung, können Sie die brennende Person, zum Ersticken der Flammen, notfalls auch vorsichtig am Boden wälzen. Verbrannte Kleidungsstücke müssen - solange sie nicht mit der Haut verklebt sind - schnell entfernt werden. Grund: Sie speichern, laut Deutschem Roten Kreuz (DRK), Wärme und können so weiteres Gewebe schädigen.

Wunden nicht zu lange kühlen

DRK-Bundesarzt Prof. Dr. Peter Sefrin rät: Brandwunden nicht kühlen. Bei kleinflächigen Wunden (kleiner als die Handinnenfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine zu lange Kühlung der Wunden kann bei großflächigen Verletzungen zur Unterkühlung führen. Die Verletzungen sollte deshalb besser mit einem (Brandwunden)-Verbandtuch aus dem Verbandkasten abgedeckt werden und der Verletzte mit der Rettungsdecke zugedeckt werden, um eine Auskühlung zu verhindern. Wichtig: Hausmittel, wie Mehl, Butter oder Salben sind absolut tabu!

Vorsichtig handeln

Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen steht dem Grillvergnügen nichts mehr im Wege. Schütten Sie niemals Benzin, Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf glühende Kohlen. Verwenden Sie zum Anzünden besser feste Grillanzünder und Brennpasten. Achten Sie darauf, dass der Grill sicher steht und Kinder sowie alkoholisierte Personen nicht in die Nähe des Grills kommen. Vorsichtshalber sollten Sie neben dem Grill immer einen vollen Eimer mit Löschwasser postieren.

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